Simone Orlik

Dachsanierung: Fördermöglichkeiten für Ihr neues Dach

Muss ein Dach saniert werden, sehen sich die Eigentümer mit vergleichsweise hohen Investitionen konfrontiert. Doch sie müssen die Kosten nicht allein tragen. Denn der Staat unterstützt unterschiedliche Vorhaben am Dach mit Förderprogrammen.

Bekannt ist vor allem die Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Auch die Städte und Gemeinden halten eine Vielzahl an Sparmöglichkeiten bereit. Der Anruf bei Ihrer zuständigen Gemeinde kann sich lohnen!

Förderfähige Arbeiten am Dach

Sie wollen Ihr Dach sanieren. Doch welche Arbeiten gehören dazu? Die folgenden Baumaßnahmen lassen sich bezuschussen:

  • Erneuerung der Dacheindeckung in Verbindung mit einer Dachdämmung
  • Modernisierung der bestehenden Dachdämmung
  • Dachfensteraustausch
  • Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen

Bedingung für alle Zuschüsse: Die Baumaßnahme muss die Energieeffizienz des Hauses verbessern. Experten rechnen, dass rund 20 Prozent der im Gebäude produzierten Energie durch ein unzureichend gedämmtes Dach verloren gehen. Weil die Gesamtklimabilanz verbessert werden soll, belohnt der Staat die energetische Sanierung.

Dachsanierung: zwei alte Dächer


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Aktuelle Förderprogramme der KfW und BAFA

Egal, ob Sie ein Dach dämmen oder alte Fenster austauschen: Bei einer energetischen Sanierung am Dach können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Zuschuss beantragen. Die KfW bietet Eigentümern zwei Alternativen: Entweder nehmen Sie einen zinsgünstigen Kredit (KfW 151 / 152) in Anspruch oder lassen sich die Dachsanierung mit einem Investitionszuschuss fördern (KfW 430).

KfW 430 „Energieeffizient Sanieren“

Wer sein Dach sanieren und dabei keinen Kredit aufnehmen möchte, kann über das KfW Programm 430 einen Investitionszuschuss erhalten – bei Einzelmaßnahmen 10 Prozent der förderfähigen Kosten oder 5.000 Euro pro Wohneinheit. Soll das gesamte Gebäude saniert und zu einem KfW-Effizienzhaus umgebaut werden, kann die Förderung bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten betragen oder 30.000 Euro je Wohneinheit. Nachdem Sie die Zuschusszusage erhalten haben, können Sie mit der Dachsanierung beginnen.

KfW 151 „Energieeffizient Sanieren“

Wer sein Wohnhaus oder nur bestimmte Bauteile wie Dach oder Fenster sanieren möchte, kann auch einen zinsgünstigen Kredit in Anspruch nehmen. Das KfW-Programm 151 bietet Eigentümern eine Kreditsumme von 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen – und das bei einem effektiven Jahreszins von 7,5 Prozent (Stand Januar 2019). Die Zinsbindung beträgt dabei zehn Jahre. Das Programm bietet einen weiteren Vorteil: Es besteht die Möglichkeit, die ersten ein bis fünf Jahre tilgungsfrei zu erhalten. Das heißt, Sie bezahlen zunächst nur die Zinsen, die Tilgung beginnt zu einem mit der Bank festgelegten Zeitpunkt.

Tipp: Sollten Sie während der Planungsphase von der Zuschuss- in die Kreditvariante wechseln wollen, ist dies einmalig möglich und sofern der Zuschuss noch nicht ausgezahlt wurde.

Ein Mann im Schutzanzug arbeitet an einer Dachdämmung


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KfW 431 „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“

Eine Dachsanierung ist eine komplexe Angelegenheit. Die staatliche Förderung bekommt man nur, wenn man die technischen und formalen Standards einhält. Eine qualifizierte Baubegleitung, zum Beispiel durch einen Energieberater, ist daher Pflicht. Der Fachmann erstellt die Maßnahmen rund um die Dachsanierung, überwacht den Baufortschritt und bringt den Nachweis, dass die Sanierung den Anforderungen entsprechend umgesetzt wird.

Über das Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren (431)“ unterstützt die KfW diese Baubegleitung durch den unabhängigen Sachverständigen. Der Umfang liegt bei 50 Prozent der Kosten und maximal 4.000 Euro pro Maßnahme. Aber Achtung: Dieser Zuschuss lässt sich nur in Kombination mit den Programmen 151/152, 153 sowie 430 nutzen.

BAFA-Zuschuss: Vor-Ort-Beratung

Stehen Sie bereits in den Startlöchern, was Ihre Dachsanierung angeht? Oder wüssten Sie gerne vorab, wieviel Energie Ihr Haus überhaupt verbraucht und wo es weitere Einsparungen geben könnte? Möglicherweise ist für Sie dann die Vor-Ort-Beratung der BAFA interessant. Ein qualifizierter Energieberater ermittelt vor Ort den energetischen Gesamtzustand Ihres Wohnhauses – inklusive eines schriftlichen Maßnahmenkatalogs. Die BAFA zahlt 60 Prozent des Honorars, maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern oder 1.100 Euro bei Gebäuden mit drei und mehr Wohneinheiten.

Die Sanierung eines alten Daches ist eines der größten Projekte, vor dem Eigentümer irgendwann einmal stehen. Doch sie zählt zugleich zu den wichtigsten Maßnahmen, um Energie im Wohnhaus einzusparen. Das ist am Ende nicht nur gut für das Klima, sondern auch für die Nebenkosten rund ums Eigentum.

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