Simone Orlik

Licht für Dachgeschosse: Wissenswertes rund um das Dachfenster

In Bestandsbauten liegt großes Potenzial, wenn es um ungenutzten Wohnraum unter dem Dach geht. Viele Dachgeschosse dienen nach wie vor lediglich als Lagerraum und bieten einen tristen Anblick. Grund dafür sind meistens schlechte Lichtverhältnisse. Dabei ist das Dachgeschoss eine Möglichkeit, vorhandene Flächen im Haus günstig zum Wohnraum umzubauen – mit Dachflächenfenstern, die Räume mit Tageslicht versorgen.

Dachfenster: Am liebsten so groß wie möglich

Helle Räume sind die Basis, um Wohnträume unter dem Dach zu verwirklichen. Das Sonnenlicht bringt dabei nicht nur Helligkeit, sondern wirkt sich auch positiv auf Stimmung und Produktivität aus, wie mittlerweile viele Studien belegen. Da wir rund 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, ist es umso wichtiger, im Inneren ein Maximum an Licht zu ermöglichen. Gerade Dachgeschosse bieten dabei jede Menge Potenzial. Laut Hersteller Velux lassen Dachfenster im Vergleich zu Fassadenfenstern doppelt so viel Tageslicht in den Raum und mehr als dreimal so viel wie Gauben. Ihr schräger Einbau begünstigt dies.

Dachfenster: Am liebsten so groß wie möglich


Foto:

Um ein Dachgeschoss optimal zu beleuchten, sollte die Fläche der Glasscheiben mindestens zehn Prozent der Bodenfläche betragen. Neben- oder übereinander angeordnete Fenster schaffen große Lichtflächen. Wie lang ein Fenster sein sollte, hängt in erster Linie von der Dachneigung ab. Steile Konstruktionen kommen mit kürzeren Fenstern aus, flache Dächer benötigen längere Elemente.

Die verschiedenen Fensterarten für das Dach

In den meisten Fällen kommen für das Dachgeschoss verschiedene Fensterarten infrage:

1. Schwingfenster

Das Schwingfenster ist der Klassiker und lässt sich über einen Griff an der Fensteroberkante öffnen. Das Fenster selbst bewegt sich dabei um die eigene Achse. Damit unter einem Schwingfenster Möbel stehen können, sollte die Unterkante des Fensters einen Mindestabstand von 90 Zentimetern zum Fußboden haben. Kleiner Nachteil der Schwingfenster: Durch den Mechanismus haben Sie niemals einen komplett freien Blick nach draußen.

Dachfenster: Am liebsten so groß wie möglich


Foto:

2. Klapp-Schwingfenster

Für einen ungehinderten Blick in die Ferne sorgen dagegen Klapp-Schwingfenster. Bei dieser Fensterart lassen sich die Elemente weit nach außen öffnen und Sie können direkt an die Öffnung herantreten. Auf Grund dieser Klappfunktion sollten Sie hierbei allerdings ein Mindestabstand von 120 Zentimetern zum Fußboden einhalten. Eine zusätzliche Schwingfunktion sorgt dafür, dass sich die Dachfenster trotzdem von beiden Seiten reinigen lassen. Übrigens: Dachfenster lassen sich nicht nur mit Zusatzelementen ergänzen, um Licht- und Ausblickfläche zu vergrößern, sondern auch mit einem Austritt oder einem ausklappbaren Dachbalkon ausstatten.

3. Ausstiegsfenster

Ausstiegsfenster sind eine Besonderheit unter den Fensterarten. Sie dienen vor allem Dachdeckern, Fernsehtechnikern oder Schornsteinfegern, bei Bedarf sicher auf das Dach zu gelangen.

4. Elektrofenster

Weil Dachfenster immer größer werden und sich nicht per Hand öffnen lassen, bieten Hersteller wie Roto oder Velux viele ihrer Produkte als Elektrofenster an. Meistens können Sie diese per Knopfdruck öffnen, schließen und die außenliegenden Rollos bedienen. Je nach technischer Ausstattung übernehmen die Fenster sogar eine Wächterfunktion: Durch spezielle Regensensoren schließen die Dachfenster beim plötzlichen Regenguss. Auch die Lüftung lässt sich in einem bestimmten Tagesrhythmus einstellen.

Dachflächenfenster: Optimal gedämmt

Moderne Fenster lassen auch dann keine Wärme entweichen, wenn sehr große Glasflächen vorhanden sind. Um möglichst viel Energie zu sparen, sind die Dachfenster heute zwei- oder dreifachverglast. Der U-Wert beschreibt dabei die sogenannte Wärmedurchlässigkeit des Fensters. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist die Dämmung des Fensters. Zusammen mit einem gedämmten Dach sind mehrfachverglaste Fenster die beste Voraussetzung für geringe Heizkosten und einen Beitrag zu einer ausgewogenen Klimabilanz.

Übrigens wird die Energieeffizienz des Hauses durch die Energiesparverordnung (EnEV) nicht nur gefordert, sondern auch unterstützt. Der Staat stellt Bauherren, die ihre Häuser energieeffizient sanieren und zum Beispiel in neue Dachflächenfenster investieren, verschiedene Förderprogramme bereit, in Form von Zuschüssen oder günstigen Krediten.

Sonne pur – aber nur mit dem passenden Zubehör

So sehr man sich im Dachgeschoss auch über Sonnenlicht freut: Es kommt auf das richtige Maß an. Zum Einbau eines Dachfensters gehört deswegen immer entsprechendes Zubehör – allen voran Beschattungssysteme. Ein außenliegender Sonnenschutz wie ein Rollo hält bis zu 95 Prozent der Hitze fern und bietet die Möglichkeit, den Raum zu verdunkeln. Wer es günstiger mag, setzt auf innenliegende Dachfensterrollos, büßt dabei aber Hitzeschutz ein.

Dachfenstertausch vs. bauliche Veränderungen


Foto:

Sind Dachflächenfenster genehmigungspflichtig?

Ob Sie für den Umbau im Dach eine Baugenehmigung benötigen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Während der Austausch üblicher Roto- oder Velux-Dachfenster meistens keine Zustimmung benötigt, sieht es bei Baumaßnahmen, die das Dach verändern, anders aus. Möchten Sie beispielsweise Gauben oder Dachflächenfenster mit betretbaren Balkonen einbauen, sollten Sie beim Bauamt Ihrer Stadt nach einer möglichen Genehmigung fragen.

Vorsicht gilt auch beim Umbau eines denkmalgeschützten Hauses. In diesem Fall benötigen Sie für Dachfenster die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten: