Simone Orlik

Ein dringender Sanierungsfall: von asbesthaltigen Wellplatten zum modernen Steildach

Eine Villa in Konstanz mit Blick auf den Bodensee. Eigentlich ein Schmuckstück mit einem versetzten Pultdach. Doch als das Haus 1968 gebaut wurde, dachte noch niemand daran, Energie zu sparen. Klimaschutzgesetze wie die Energieeinsparverordnung (EnEV) existierten noch nicht. So wurde das Dach ohne Wärmedämmung gebaut.

Heute stellt sich das anders dar – für jeden Bauherren und Hauskäufer gilt die EnEV, also auch für den vorliegenden Fall. Die Dämmung der obersten Geschossdecke hätte zwar den Vorschriften nach der EnEV entsprochen. Den Eigentümern selbst genügte sie jedoch nicht. Denn in der Zwischenzeit hatten sich Nagetiere unter dem Dach breitgemacht. Überdies waren asbesthaltige Wellplatten verbaut worden. Genügend Gründe also für die Eigentümer, um der Dachfläche eine Komplettsanierung zu verpassen.

Mit Moos bewachsene alte Wellplatten eines Daches.


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40 Prozent Energie eingespart durch Aufsparrendämmung

Ganze 220 Quadratmeter Dachfläche erstrecken sich über das Wohnhaus. Im ungedämmten Zustand bedeutet dies einen massiven Energieverlust – und somit Heizkosten in schwindelerregender Höhe. Auch weil die Hauseigentümer das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen, war eine energetische Sanierung notwendig. Ein gutes Raumklima und eine dementsprechend hochwertige Wohnqualität bedarf einer guten Dämmung.

Für das neue Dach der Villa verwendete der beauftragte Bedachungsbetrieb ein System des Stuttgarter Herstellers Bauder. Die schwierigen Übergänge an First und Traufe, die sich am Pultdach in Konstanz zeigten, erforderten eine maßgeschneiderte Lösung. Bei der Sanierung kam eine Aufsparrendämmung aus Polyurethan-Hartschaum zum Einsatz, die sich wie eine geschlossene Haube um das Dach legt. Mögliche Wärmebrücken durch Sparren oder Zwischenwände sind komplett verschwunden. Das Ergebnis: Mithilfe der neuen Dachdämmung lassen sich 40 Prozent Energie einsparen – ein Ergebnis, das sich deutlich in den gesunkenen Heizkosten widerspiegelt.

Worauf es bei einer Aufsparrendämmung ankommt

Vor der neuen Aufsparrendämmung mussten zunächst die asbesthaltigen Wellplatten entfernt werden, bevor im Unterbau eine Dampfbremsschicht verlegt und die Nähte der Bahnen luftdicht verklebt wurden. Die Aufsparrendämmung wurde mit 140 Millimeter starken PU-Wärmedämmelementen BauderPIR umgesetzt. Der hochstabile Polyurethan-Kern des Dämmmaterials selbst ist auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Aluminium versehen. Die Dämmwirkung des Materials ist bereits bei geringen Schichtdicken hervorragend, des Weiteren ist PU-Dämmung auch noch resistent gegen Schimmel – optimal also für Haushalte mit Allergikern. Zudem ist die Dämmung vergleichsweise leicht. Auf diese Weise wird die vorhandene Dachkonstruktion nur minimal belastet, statische Verstärkungen der Konstruktion im Vorfeld der Dämmung sind nicht nötig.

Eine Villa in Konstanz mit einem alten Dach aus Wellplatten, aus der Luft betrachtet
Ein Dach erhält eine neue Aufsparrendämmung
Eine Villa in Konstanz mit neuem Dach, aufgenommen von oben


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Der neue Dachaufbau schützt gegen Wind und Wetter. Weil die äußere Deckschicht der Aufsparrendämmung aus einer Polymerbitumenbahn besteht, bildet das System eine weitere Schutzschicht unterhalb der neuen Wellplatten, die vor allem dann noch vor Starkregen und Hagel schützt, wenn die Wellplatten beschädigt sein sollten. Ein wichtiger Aspekt für künftige Dächer, denn laut zahlreicher Meteorologen sollen Wetterextreme in den kommenden Jahren zunehmen.

Moderner Look und Energiekonzept für die Zukunft

Heute präsentiert sich das renovierte Einfamilienhaus in Konstanz in seiner ursprünglichen Dachgestaltung mit modernen Wellplatten. Und auch die Verkleidung der Fassade wurde durch moderne Aluminiumverbundplatten charmant gelöst. Damit ist das Gebäude auch optisch in der zeitgenössischen Architektur angekommen – und das mit einem nachhaltigen Energiekonzept für viele Jahrzehnte.

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