Nicole Ziese

Jahreswechsel: Was sich 2020 für Bauherren und Hauseigentümer ändert

Die Bundesregierung hat im Herbst 2019 das Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen. Es soll dazu beitragen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 signifikant zu senken. Das Klimaschutzprogramm, auch Klimapaket genannt, enthält zahlreiche Änderungen, die neben dem Thema Verkehr vor allem das Bauen und Sanieren betreffen.

Das Klimapaket nimmt Bauherren in die Pflicht

Mit den Maßnahmen des Klimaschutzprogramms 2030 nimmt die Bundesregierung Bauherren und private Immobilieneigentümer in die Pflicht, sich an der Reduktion der CO2-Emissionen zu beteiligen. Andererseits gibt es eine Reihe von finanziellen Anreizen, die Bauherren und Immobilieneigentümer nutzen können.

Dämmstoff einer Dachdämmung


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Förderung von Sanierungsmaßnahmen für Selbstnutzer

Bereits zuvor gab es Fördermaßnahmen, die Hauseigentümer bei den gesetzlich geforderten energetischen Sanierungen nutzen konnten. Diese wurden erweitert. Sie gelten allerdings nur für selbstgenutztes Wohneigentum.

Das Klimaprogramm 2030 sieht Fördermöglichkeiten nun auch für sogenannte Einzelmaßnahmen vor. Ab 2020 sollen hier folgende Ergänzungen zu den bestehenden Regelungen gelten:

  • Es werden auch Einzelmaßnahmen gefördert, die zum Klimaschutz beitragen. Einzelmaßnahmen sind zum Beispiel der Austausch von Fenstern, Türen oder Lüftungsanlagen, aber auch das Dämmen von Dächern, wenn die neu eingesetzten Bauelemente den aktuellen energetischen Bestimmungen entsprechen.
  • Die Fördermittel fließen in Form von Steuererleichterungen: 20 Prozent der Gesamtkosten der Einzelmaßnahme können über drei Jahre mindernd auf die Steuerlast angerechnet werden. Allerdings maximal 40.000 Euro.
  • Die Fördersätze der bestehenden KfW-Förderprogramme will die Bundesregierung um zehn Prozent erhöhen.

Entwicklung der Energiepreise

Das Klimaprogramm 2030 wird auch Auswirkungen auf die Energiepreise haben, allerdings treten diese Regelungen erst ab 2021 in Kraft.

Stromkunden in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Energiekosten einstellen. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll 2020 um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde steigen. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen und 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch dürften die Stromkosten damit um knapp 13 Euro im Jahr steigen.

Photovoltaikanlagen gibt es in unterschiedlichen Preisklassen und Wirkungsgraden.


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Im Jahr darauf werden Erdgas und Heizöl im Preis steigen. Umgekehrt wird der Preis für Strom sinken. Die Absenkung erfolgt gestaffelt ab 2021 bis 2023. Diese Kostensenkungen kommen zwar beim Verbraucher an, sind jedoch sehr gering. Für einen Durchschnittshaushalt (Familie) werden die Stromkosten in 2023 im Monat etwa um drei Euro reduziert sein.

Schluss für Ölheizungen

Ab 2026 dürfen keine neuen Ölheizungen mehr installiert werden. Das Verbot gilt allerdings nur dann, wenn der Einbau einer klimafreundlicheren Wärmeerzeugung in einem Gebäude möglich ist. Ist bereits eine Ölheizung vorhanden, muss diese nicht ausgetauscht werden. Hier gilt Bestandschutz. Auch hier fördert der jedoch Staat den Umstieg auf eine umweltfreundlichere Heizungsart: über eine Austauschprämie, die bis zu 40 Prozent der Kosten betragen kann.

Das Baukindergeld läuft aus

Unabhängig vom Klimapaket steht bereits fest, dass die staatliche Förderung namens Baukindergeld ausläuft: Wer noch vom Baukindergeld profitieren möchte, muss den Kaufvertrag für sein Haus bis zum 31.12.2020 abschließen beziehungsweise bis dahin die Baugenehmigung für seinen Neubau erhalten. Eine Verlängerung des Baukindergeldes ist nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen, für Kauf- und Bauvorhaben nach diesem Datum steht die Förderung also nicht mehr zur Verfügung.

Mit dem Baukindergeld können sich Familien mit minderjährigen Kindern staatlich fördern lassen. Pro Jahr und Kind erhalten sie auf Antrag bei der KfW beim Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie 1.200 Euro. Die Förderung läuft zehn Jahre lang. Bei einem Kind liegt die gesamte Fördersumme also bei 12.000 Euro, bei zwei Kindern bei 24.000 Euro.

Neue Regelungen bei der Grundsteuer

Nachdem das Bundesverfassungsgericht eine Reform der Grundsteuer verlangt hatte, war der Gesetzgeber in der Pflicht, eine Regelung zu treffen. Wäre dies nicht bis zum Jahresende 2019 erfolgt, so hätten die Kommunen ab 2020 gar keine Grundsteuer mehr ergehen dürfen. So unter Zugzwang gesetzt erfolgte eine Regelung. Das Gesetz tritt jedoch erst ab 2025 in Kraft. Ab 2022 müssen jedoch bereits alle Grundstücke neu bewertet werden.

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