Nicole Ziese

Ökologische Dachsanierung: So entsorgen Sie Bauschutt richtig

In Deutschland gibt es rund zehn Millionen sanierungsbedürftige Dächer, so eine Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz FIW München von 2018. Bei jeder Sanierung fallen große Mengen an Bauschutt unterschiedlichster Art an. Dieser Bauschutt muss ordnungsgemäß gelagert und fachgerecht entsorgt werden. Durch eine gewissenhafte Entsorgung des Bauschutts leisten Sie einen Beitrag zum ökologischen Bauen. Schließlich können einige Materialien recycelt und an anderer Stelle erneut als Baustoff eingesetzt werden.

Dachsanierung: Dieser Bauschutt muss entsorgt werden

Welcher Bauschutt bei einer Dachsanierung anfällt, hängt davon ab, wie groß die Sanierungsmaßnahme angelegt ist. Schließlich umfasst der Begriff Dachsanierung alles vom Austausch der Dacheindeckung bis hin zum kompletten Neuaufbau des Dachstuhls. Die Arten des Bauschutts sind dementsprechend unterschiedlich. Grundsätzlich können folgende Bauschutt-Arten vorkommen:

  • Dacheindeckung: Dachziegel, Dachsteine, Bleche, Bitumenbahnen, Asbestplatten etc.
  • Holzbalken von Dachstuhl und Dachlatten etc.
  • Fenster (aus Holz, Kunststoff, Aluminium)
  • Dämmmaterial
  • Kabel
  • Mauer- oder Ziegelsteine (wenn eine Giebelwand oder ein Kamin abgerissen und neu errichtet wird)
Entsorgte Dachpappe
Bauschuttcontainer vor Haus
Abfallsack mit Dämmwolle


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Eine der gesetzlichen Grundlagen des ökologischen Bauens und Sanierens ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz, welches 2012 das Kreislauf-Wirtschafts- und Abfallgesetz ersetzt hat. In diesem wird vor allem geregelt, dass natürliche Ressourcen geschont und Müll umweltverträglich beseitigt werden muss.

Ökologisches Bauen heißt auch fachgerechtes Entsorgen

Aufgrund eines Wertewandels in den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Gedanke des ökologischen Bauens, das auch „grünes Bauen“ genannt wird, immer weiter durchgesetzt. Hierunter versteht man den Einsatz von Baustoffen, die die Wechselwirkung von Mensch, Natur und Ökosystem betreffen. Hauptziele sind einerseits, den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte und intakte Umwelt zu hinterlassen, und andererseits, für ein gesundes, angenehmes Wohnklima zu sorgen.

Entsprechend der gesetzlichen Grundlage und aus dem Gedanken des ökologischen Bauens ergeben sich zwei Aspekte:

  • Bauschutt muss so entsorgt werden, dass hierdurch die Umwelt möglichst wenig belastet wird.
  • Bauschutt sollte nach Möglichkeit recycelt und anschließend erneut als Baumaterial eingesetzt werden.

Bauschutt entsorgen: Regeln zur Sortierung und Entsorgung

Bei einer Dachsanierung fallen ganz unterschiedliche Arten von Bauschutt an. Für jedes Material gelten bei der Entsorgung besondere Regeln. Viele Müllsorten können einfach bei den örtlichen Recycling- oder Werkstoffhöfen abgegeben werden. Manches kann sogar problemlos über den Rest- oder Hausmüll entsorgt werden.

Wichtig: Von Region zu Region kann es abweichende Regelungen geben. Bauherren sollten sich im Zweifelsfall beim zuständigen Amt für Abfallwirtschaft informieren.

Mann entsorgt Bauschutt


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Mineralische Materialien

Dabei handelt es sich insbesondere auch um Mauer- und Ziegelsteine sowie Dachziegel. Dies ist sogenannter reiner Bauschutt, der problemlos bei Recycling- und Abfallhöfen abgegeben werden kann.

Holzabfälle

Bei Holzabfällen gibt es eine Unterscheidung zwischen belastetem und unbelastetem Holz. Als belastet gelten Holzabfälle, die mit Farbe oder Lacken behandelt sind. Nicht alle Deponien nehmen Holzabfälle, insbesondere belastetes Altholz, an. In diesem Fall müssen Sie die Holzabfälle als Sondermüll entsorgen. Achtung: Verbrennen Sie diese belasteten Abfälle niemals im heimischen Kamin oder an einer Feuerstelle!

Metall

Sofern Metall bei einem Dach verbaut wurde, beispielsweise für die Dachentwässerung in Form von Rinnen und Fallrohren oder als Verkleidung, können Sie diesen Baustoff bei einem Wertstoffhof oder einer zulässigen Sammelstelle sortiert abgeben. Da es sich hierbei um einen begehrten Rohstoff handelt, erhalten Bauherren für Metall sogar Geld.

Asbestplatten

Asbesthaltige Baustoffe, die im vergangenen Jahrhundert etwa zur Dacheindeckung verwendet wurden, sind aufgrund der Gesundheitsgefahr mittlerweile verboten. Für die Entsorgung gelten strenge Sonderregeln. Sie betreffen sowohl den Abriss, den Abtransport als auch die Entsorgung selbst.

Dämmstoffe

Bei Dämmstoffen gibt es in der Entsorgung große Unterschiede – Je nachdem, ob es sich um ökologische Dämmstoffe oder Mineraldämmwolle handelt. Letztere muss als Gefahrstoff speziell verpackt und auf Sonderdeponien entsorgt werden.

Wichtig: Bauschutt müssen Sie sortenrein sortieren. Materialien, die als Gefahrstoffe gelten, können nur auf Sonderdeponien entsorgt werden. Bei anderem Bauschutt ist die Sortierung neben ökologischen Aspekten eine Kostenfrage. Denn je nach Art des Bauschutts variieren die Preise bei der Entsorgung stark. Wird Bauschutt sortiert, lassen sich die Kosten deutlich senken.

Neu gedecktes Haus mit dunklen Ziegeln


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Bauschutt recyceln: Diese Materialien können Sie wiederverwenden

Der anhaltende Bauboom führt dazu, dass die Bauwirtschaft große Mengen an Rohstoffen benötigt. Gleichzeitig landen große Mengen an Bauschutt in Deponien und Abfallverbrennungsanlagen. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt neue Verfahren entwickelt, mit denen sich Bauschutt zu neuen Baustoffen recyceln lässt. Nicht alles, was technisch möglich wäre, ist rechtlich zulässig. Aber schon heute gibt es etliche Beispiele dafür, dass Baustoffe keine Einwegprodukte sind, sondern einen zweiten Lebenszyklus haben können:

Mineralischer Bauschutt

Aus Backsteinen, Dachziegeln, Betonresten und anderem mineralischem Bauschutt können sowohl Recyclingbeton als auch neue Klinker hergestellt werden. Das Recyclen von mineralischen Stoffen gewinnt immer mehr an Bedeutung, schließlich ist das Potenzial groß und die Ressourcen endlich.

Dachbalken

Aus rechtlichen Gründen ist es problematisch, Dachbalken als tragende Struktur im Hochbau wiederzuverwenden. Allerdings können sie zu Möbelstücken verarbeitet werden, insbesondere unbehandeltes Altholz. Auch für den Innenausbau, also Holzdielen oder Wandpaneele, nimmt man ehemalige Dachbalken.

Holzfenster und Türzargen

Aus diesem „Bauschutt“ können Latten für die Errichtung eines neuen Daches gefertigt werden.

Dachziegel

Gebrauchte Dachziegel können Sie - nach einer genauen Prüfung - erneut als Dacheindeckung einsetzen. Im Rahmen der Prüfung wird festgestellt, ob die Dachziegel noch die entsprechenden Qualitätsansprüche erfüllen und wie lang ihre Restlebensdauer ist. Beschädigte Dachziegel benutzt man vor allem in Gruben als Füllmaterial, als Ziegelsand auf Sportplätzen sowie als Zugabe bei der Betonherstellung.

Bitumen

Haben Bitumenbahnen ihre Dienste als Dacheindeckung erfüllt, können sie als Bindemittel in der Asphaltherstellung eingesetzt werden. So landen die Bitumenbahnen vom Dach als Belag auf der Straße oder Einfahrt.

Informieren Sie sich über die örtlichen Regeln

Ökologisches Bauen und Sanieren hat viele Aspekte und umfasst nicht nur das Bauen an sich, sondern auch die Entsorgung des Bauschutts. Bauherren sollten daher wissen, dass bei der Entsorgung des Bauschutts unterschiedliche Regeln gelten und sich mit manchem Bauschutt sogar Geld verdienen lässt. Mittlerweile lassen sich zahlreiche Bauschutt-Arten aufbereiten und erneut als Baumaterial einsetzen. Dadurch werden natürliche Ressourcen und somit die Umwelt geschont.

Jetzt weiterlesen: So entsorgen Sie Asbest fachgerecht.

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