Simone Orlik

Dachbegrünung: der Aufbau der Schichten

Ein Dach zu begrünen, ist eine gute Idee, um versiegelte Flächen von Garagen, Gartenhäuschen oder Einfamilienbauten der Natur zurückzugeben. Ein grünes Dach sieht zudem gut aus und bietet Insekten wie Schmetterlingen, Hummeln oder Bienen zusätzlichen Lebensraum und Nahrung. Eine Voraussetzung, damit Sie viele Jahre Freude an Ihrem Dach haben und es intakt bleibt: Der darunterliegende Aufbau der Schichten aus Wurzelschutz, Drainage und Vegetationsschicht. Doch wie sieht er eigentlich genau aus?

Aufbau einer Dachbegrünung: zwischen intensiv und extensiv

Sowohl bei der extensiven als auch der intensiven Dachbegrünung benötigen Sie einen Schichtaufbau. (Hier erfahren Sie mehr zu den einzelnen Arten der Dachbegrünung.) Am einfachsten zu realisieren ist er bei extensiven Begrünungen. Dabei handelt es sich um Grünflächen auf dem Dach, die über eine relativ dünne Substratschicht zwischen sechs und zwölf Zentimetern verfügen und mit Moos, Kräutern oder kleinen Gräsern bestückt sind.

Die einzelnen Schichten beim Aufbau bei der Dachbegrünung aus der Nähe gesehen


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Intensive Dachbegrünungen sind dagegen aufwendiger gestaltet. Sie lassen sich mit Sträuchern, Stauden, Rollrasen oder kleinen Bäumen verschönern und bringen samt Schichtaufbau bis zu 500 Kilogramm pro Quadratmeter auf die Dachunterkonstruktion – inklusive einer bis zu 40 Zentimeter dicken Substratschicht. Doch in beiden Fällen ist es mit der Substratschicht alleine nicht getan.

Viele Schichten des Aufbaus sorgen für Schutz

Um ein Gründach anzulegen, benötigen Sie verschiedene Schichten, die sich in fester Reihenfolge übereinander platzieren lassen. Von unten nach oben:

1. Die Dachkonstruktion

Die unterste Schicht des Gründaches bildet immer die Dachkonstruktion, die entweder aus Holz oder aus Beton besteht. Das Dach muss – gegebenenfalls inklusive der Wärmedämmung – ausreichend abgedichtet sein. Bei Garagen oder Carports findet sich keine Wärmedämmung im Dach. Wichtig für die weitere Planung: Das Dach sollte mindestens ein Gefälle von zwei Prozent haben, damit Wasser abfließen kann.

Schichtaufbau bei der Dachbegrünung: hier ein Carport mit begrüntem Flachdach


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2. Die Wurzelschutzfolie

Die nächste Schicht bildet eine Wurzelschutzfolie, die Sie auf dem Dach befestigen. Die glatte Folie sorgt dafür, dass keine Wurzeln in die Dachkonstruktion eindringen. Achten Sie darauf, dass die Bahnen als „wurzelfest nach FLL“ oder „wurzelfest nach DIN EN 13948“ klassifiziert sind.

Übrigens benötigen nur solche Dächer einen Wurzelschutz, die über keine wurzelfeste Abdichtung verfügen. Im Zweifel kann Ihr Dachdecker Auskunft geben.Tipp: Sofern das Dach zu steil ist, sollten Sie mit Ihrem Fachbetrieb ebenfalls besprechen, ob eine Rutschhemmung erforderlich ist.

3. Die Drainage

Als Nächstes folgt beim Aufbau einer Dachbegrünung die Drainageschicht. Sie sorgt dafür, dass ein Teil des Niederschlags gespeichert und überschüssiges Regenwasser zur Entwässerung abgeleitet wird. Das ist vor allem in Zeiten starker, punktueller Regengüsse von Vorteil, weil es die Kanalisation entlastet. Und die Pflanzen freuen sich über den Wasserspeicher, der sie über mehrere Tage versorgt.

Zwei bis sechs Zentimeter ist die Drainageschicht dick und besteht zum Beispiel aus leichten, feuchtigkeitsresistenten Materialien wie Blähton oder Lava. Aber auch Matten oder Platten zur Drainage sind im Handel zu finden. Sie bestehen in den meisten Fällen aus Kunststoff. Je nachdem, welches Gewicht auf das Dach kommen darf, entscheiden Sie sich zwischen den unterschiedlichen Materialien.

schematische Darstellung des Aufbaus einer Dachbegrünung


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4. Die Substratschicht

Einer der wichtigsten Bestandteile Dachbegrünungs-Aufbaus ist die Substratschicht. Sie ist für das spätere Wachstum der Pflanzen von entscheidender Bedeutung. In aller Regel kommen Materialien wie Lava, Blähton oder Bims zum Einsatz, die man mit Humusbestandteilen vermischt. Besonders einfach: Zahlreiche Hersteller bieten das Substrat als fertiges Schüttgut an. Am besten lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.

Damit die Drainage nicht vom Erdreich der obersten Substratschicht verunreinigt wird, legen die Fachbetriebe meist einen zusätzlichen Trennvlies zwischen Drainage und Substrat.

5. Die Pflanzen

Der Schichtaufbau steht – nun kann es an die Bepflanzung gehen. Da Gründächer im Trend liegen, bieten die Hersteller inzwischen viele unterschiedliche Produkte an. Am einfachsten sind fertige Samenmischungen, die Sie in das Erdreich einarbeiten. Alternativ finden Sie im Fachhandel Vegetationsmatten, die Sie auf dem Substrat ausrollen. Dritte Möglichkeit: die direkte Anpflanzung der Fläche mit Moos, mediterranen Kräutern oder Sedumpflanzen.

Der Schichtaufbau bei der Dachbegrünung: hier von Nahem ein Gründach mit Kies und Kiesfangleiste


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Dachbegrünung mit sicherem Aufbau

Durch eine Dachbegrünung unterstützen Sie die Umwelt mit einem wichtigen Beitrag. Denn mit dem grünen Teppich auf dem Dach reduzieren Sie versiegelte Flächen, tragen zur Energieeffizienz Ihres Hauses bei und tun Gutes für die Insektenwelt. Wer in einen sorgfältigen Schichtaufbau auf dem Dach investiert, kann sich mit Bienen und Schmetterlingen über das Extra an Grün freuen. Und das Dach bleibt dauerhaft intakt.

Dachbegrünungen sind vor allem bei Flachdächern beliebt. Lesen Sie hier, warum das Flachdach besser ist als sein Ruf.

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