Simone Orlik

Dachbegrünung: Die richtigen Pflanzen auswählen

Einfamilienhäuser, Garagen, Carports oder Gartenhäuser: Immer mehr Eigentümer verwandeln ihre Dächer in blühende Oasen. Eine Dachbegrünung schafft einen Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Vögel, speichert Regenwasser und entlastet so die Kanalisation und filtert Schadstoffe aus der Luft.

Dachbegrünung: Pflanzen für intensive und extensive Formen

Bei einer Dachbegrünung unterscheidet man zwischen intensiven und extensiven Formen. Extensive Begrünungen haben einen Schichtaufbau zwischen sechs und 20 Zentimeter und sind nur zur Pflege oder Kontrolle begehbar. Hier eignen sich Moose, Pflanzen und Kräuter, die mit nährstoffarmen Böden, reichlich Sonne und langen Trockenzeiten auskommen.

Dachbegrünung Pflanzen: ein Dachgarten in einer Großstadt


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Die intensive Dachbegrünung dagegen hat einen deutlich komplexeren Schichtaufbau, der bis zu 40 Zentimeter dick sein kann. Sie kommt vor allem auf Dächern vor, die Eigentümer als Gartenersatz nutzen möchten. Größere Stauden, Sträucher, Obst- und Gemüsepflanzen oder sogar kleine Bäume verwandeln das Dach in einen Garten in luftiger Höhe.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Arten der Dachbegrünung für Sie infrage kommen.

Die Auswahl der Pflanzen für Ihr Gründach

Der Schichtaufbau für die Dachbegrünung steht und nun kann es an die Bepflanzung gehen? Bei der intensiven Begrünung sind die Wahlmöglichkeiten der Pflanzen ähnlich groß wie im üblichen Garten. Je dicker die Substratschicht ist, desto mehr Auswahl haben Sie. Die Pflanzen sollten allerdings besonders witterungsbeständig und robust sein.

Bei der extensiven Begrünung lohnt der genauere Blick. Denn Dächer mit einer dünnen Substratschicht brauchen Pflanzen, die auf kargen Böden wachsen, nur mit Regenwasser auskommen und solch flache Wurzeln haben, dass sie die Dachunterkonstruktion nicht beschädigen. Die einfachste Möglichkeit für ein grünes Dach sind vorkultivierte Vegetationsmatten, die sich auf dem Dach auslegen lassen. Alternativ bietet der Handel Samenmischungen an, die Sie im Frühjahr oder Herbst in die Substratschicht einarbeiten.

Dachbegrünung Pflanzen: Ein gelbes Haus mit Bogendach, das voller Blumen ist


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Verschiedene Blütezeiten und Blattfärbungen

Auch Stauden mit flachen Wurzeln lassen sich direkt in die Substratschicht pflanzen. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Sie Sorten mit verschiedenen Blütezeiten und Blattfärbungen verwenden. So ergibt sich durch die Jahreszeiten hindurch ein farbenfrohes Bild auf dem Dach. Regelmäßiges Gießen ist bei allen Bepflanzungen übrigens Pflicht.

Pflanzenarten für die extensive Dachbegrünung

Sedumpflanzen und Moose

Sedumpflanzen sind eine Unterart der Sukkulenten und der Klassiker, wenn es um die extensive Begrünung von Dächern geht. Sedumpflanzen sind besonders robust und kommen mit sehr unterschiedlichen Witterungen zurecht. Selbst einem kalten Winter mit Minusgraden halten sie Stand. Fetthenne, Mauerpfeffer oder Teppichsedum sind zum Beispiel in vielen schönen Farben erhältlich und eignen sich sogar für minimale Substratschichten. Auch Moose kommen mit dünnem Erdreich aus, da sie keine Wurzeln besitzen und das Wasser über ihre Oberfläche aufnehmen.

Um eine dichte Dachvegetation mit Sedumpflanzen und Moosen zu erreichen, sollten Sie bis zu 15 Pflanzen pro Quadratmeter setzen. Erforderliche Substratschicht: bis zu fünf Zentimeter.

Kräuter und flache Stauden

Sie lieben wohlriechende Kräuter? Thymian, Lavendel, wilder Majoran, Kamille, Schafgarbe oder Katzenminze sind Pflanzen, die sich auf einem Dach mit nährstoffarmen Böden wohlfühlen. Sie kommen mit wenig Wasser aus, lieben Sonne und versprühen einen wundervollen Duft. Kleinwüchsige Nelken sorgen mit ihren Blüten zwischen Mai und Juni für einen zusätzlichen Farbklecks. Erforderliche Substratschicht: fünf bis sieben Zentimeter.

Tipp: Wer zum Beispiel auf dem Garagendach oder Carport einen Kräutergarten anlegen möchte, sollte immer eine Absturzsicherung einplanen.

Gräser

Sie sind Liebhaber von Gräsern, die zart im Wind wehen? Auch auf dem Dach machen sie eine gute Figur, vor allem auch in den Wintermonaten, wenn alle anderen Pflanzen sich schon im Winterschlaf befinden. Zittergras, Schillergras, Perlgras oder Büschelhaargras zählen zu den typischen Pflanzen, die sich auf dem Dach wohlfühlen. Aber Achtung: Gräser sind meistens pflegeintensiver und benötigen eine dickere Substratschicht. Auf zu steilen Dächern sind sie nicht zu empfehlen. Sprechen Sie am besten mit einem Fachmann aus dem Landschaftsbau, welches Gras für Ihr Dach infrage kommt.

Ausgewählte Pflanzenarten für Ihr Gründach:

Dachbegrünung Pflanzen: gelbe Fetthenne
Dachbegrünung Pflanzen: Sedum telephium
Dachbegrünung Pflanzen: gelb blühendes Moos-Sedum
Dachbegrünung Pflanzen: Echtes Leinkraut
Dachbegrünung Pflanzen: Gänseblümchen in der Nahaufnahme
Dachbegrünung Pflanzen: Detailbild der gemeinen Schafgarbe
Dachbegrünung Pflanzen: Ein Haus mit Grasdach
Dachbegrünung Pflanzen: Thymian in der Detailaufnahme
Dachbegrünung Pflanzen: ein Dach mit Sedumbepflanzung


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Die Pflege der extensiven Dachbegrünung

Die extensive Dachbegrünung gilt als pflegeleicht – ganz ohne geht es aber nicht. Planen Sie zwei Pflegeinheiten pro Jahr ein: im Frühjahr und im Herbst. Kontrollieren Sie den Schichtaufbau und ob Undichtigkeiten am Dach entstanden sind. Entfernen Sie Unkraut und sähen Sie an kahlen Stellen nach. Bei niedrigen Anlagen rund um Garage, Carport oder Gartenhaus lässt sich das in Eigenregie erledigen. Große Dächer gehören dagegen in die Hand versierter Fachfirmen.

Jetzt weiterlesen: Die Voraussetzungen für eine Dachbegrünung.

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