Simone Orlik

So pflegen Sie eine extensive Dachbegrünung

Genügsame Sedumpflanzen, Gräser und kleine Polsterstauden: Die Vielfalt für eine extensive Dachbegrünung ist groß. Für die Erstbepflanzung verwendet man Samenmischungen, Vegetationsmatten oder kleine Pflanzen. Regelmäßig gewässert entsteht nach kurzer Zeit ein dichter Bewuchs. Wie geht es danach weiter?

Pflege der Dachbegrünung in Frühjahr und Herbst

In aller Regel sollten Sie Ihr Gründach zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – einer gründlichen Pflege unterziehen. Gewisse Aufgaben übernehmen Sie selbst, andere überlassen Sie am besten dem Dachdecker.

Wie im Garten breitet sich auch auf einem begrünten Dach Unkraut aus. Dabei kann es sich um Klee oder Löwenzahn handeln, aber auch um kleine Gehölze, die mit ihren Wurzeln zur Gefahr für die Dachabdichtung werden. Damit sich der Wildwuchs nicht ausbreitet und die erwünschten Pflanzen verdrängt, sollten Sie ihn regelmäßig entfernen – vor allem in der Anwuchsphase, weil gerade dann der gewünschte Dachbewuchs noch recht dünn ist.

Dachbegrünung auf einem Gartenhäuschen


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Richtig düngen und Erosion der Dachbegrünung vermeiden

Nicht alle Pflanzen wachsen auf jedem Dach. Was auf dem Gründach gut gedeiht, ist von der Region und dem vorhandenen Klima abhängig. Sofern Sie der Bepflanzung ein wenig Zeit geben, entwickelt sich das Gründach ganz von selbst. Allerdings gilt: Sobald freie Flächen auf dem Dach entstehen, sollten Sie diese zum Schutz der sonst auftretenden Erosion neu bepflanzen.

Im Frühjahr oder Herbst freuen sich die Pflanzen über organisch-mineralischen Langzeitdünger. Als Richtwert gilt: Kalkulieren Sie mit rund 30 Gramm Dünger pro Quadratmeter. Auch den Kiesstreifen rund um die Dachbegrünung sollten Sie im Auge behalten. Er ist dazu gedacht, den Bewuchs im Zaum zu halten. Säubern Sie diesen von Unkraut und losem Laub.

Typische Arbeiten für den Dachdecker

Neben den Aufgaben rund ums Gärtnern müssen Sie die Dachkonstruktion inklusive des Schichtaufbaus und der Folienabdichtung kontrollieren lassen. Undichte Stellen könnten sonst zu Feuchtigkeit im Dämmmaterial führen. Am besten setzen Sie dazu mit Ihrem Fachbetrieb einen Vertrag auf, in dem Sie eine wiederkehrende Dachwartung vereinbaren, zum Beispiel zur:

  • Kontrolle der Dachabläufe
  • Kontrolle der Dichtungsfolie an neuralgischen Stellen wie rund um den Schornstein, Dachflächenfenster oder Gauben
  • Prüfung der Anschlussstellen und Dachränder
  • Kontrolle und Reinigung der Regenrinnen
Rotes Backsteinhaus mit extensiver Dachbegrünung


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Muss ich meine Dachbegrünung regelmäßig wässern?

In den ersten Monaten nach der Anwuchsphase sollten Sie darauf achten, die Fläche zu bewässern. Vor allem, wenn auf dem neuen Gründach Samenmischungen zum Einsatz kommen, die dort keimen müssen. Ist die Anwuchsphase abgeschlossen, brauchen Sie nicht weiter zu wässern. Die angesiedelten Pflanzen sind so nährstoffarm, dass sie auch auf kargen und sehr trockenen Böden überdauern.

Sicherheit bei der Pflege der Dachbegrünung

Egal, ob es sich um eine Dachbegrünung einer Garage, eines Carports oder eines Hausdaches handelt: Bei Pflege- und Wartungsarbeiten hält man sich grundsätzlich in einem Gefahrenbereich auf. Besonders auf die Sturzsicherung kommt es an.

Während bei großen Bauten Sicherheitsgeländer genutzt werden, gibt es für den privaten Wohnbereich andere Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Netze, Schienensysteme oder spezielle Ösen. Über diese wird die arbeitende Person auf dem Dach gesichert. Einige Systeme wie Netze müssen vor dem Bau der Gründach-Konstruktion montiert werden. Andere lassen sich im Nachhinein anbringen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Pflege Ihres begrünten Daches!

Sie haben noch gar keine Dachbegrünung? Dann erfahren Sie jetzt, worauf es ankommt:

Lesetipp: Welche Voraussetzungen benötigt mein Dach für eine Dachbegrünung?

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