Simone Orlik

Dachdämmung: Das passende Material zur Wärmedämmung für jedes Steildach

Ob Neubau oder Sanierung: Wer die Umwelt schützen und Geld bei den Heizkosten sparen möchte, benötigt eine gute Dachdämmung. Studien belegen, dass bis zu 20 Prozent der Wärme über schlecht gedämmte Dächer aus dem Gebäudeinneren entweichen. Zum Glück gibt es zahlreiche synthetische sowie natürliche Dachdämmungen, zwischen denen Sie entscheiden können.

Dachdämmung: Material, das gut isoliert

Typisch für alle Materialien: Während der Herstellung entstehen kleinste Hohlräume, die dafür sorgen, dass das Dach gut isoliert ist. Doch das alleine macht eine solide Dachdämmung nicht aus. Auch ein guter Schallschutz, schadstofffreie Baustoffe und Sicherheit im Brandfall werden für Eigentümer immer wichtiger. Wir schauen genauer hin.

Mineralwolle für Dachdämmung


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1) Mineralische Dämmstoffe (Mineralwolle)

Bei einem Marktanteil von rund 60 Prozent sind die mineralischen Dämmstoffe (Mineralwolle) bis heute das meistverarbeitete Material zur Dachdämmung. Die Produzenten stellen es in der Regel aus Gestein oder Altglas her. Bei Temperaturen bis zu 1600 Grad schmelzen sie das Ausgangsmaterial und verarbeiten es später zu mineralischen Fasern, die in Bahnen oder Blöcken aufs Dach kommen.

Man unterscheidet üblicherweise zwischen Glas- und Steinwolle. Glaswolle besteht bis zu 70 Prozent aus Altglas, dem zusätzlich Sand, Kalkstein oder Soda beigemischt werden. Bei Produkten aus Steinwolle kommt dagegen Basalt zum Einsatz. Für das Steildach lassen sich grundsätzlich beide Materialien verwenden.

Mineralwolle nutzt man oft für eine sogenannte Zwischensparrendämmung. Je nach Hersteller und Produkt lässt sich das Dach auch vollflächig von außen mit Mineralwolle dämmen – in Form einer Aufsparrendämmung. Sogar für eine Untersparrendämmung kann Mineralwolle genutzt werden. Hier lesen Sie mehr zu den verschiedenen Dämmvarianten.

Handwerker schneidet Glaswolle
Dachdämmung mit Mineralwolle
Materialschichten einer Wärmedämmung
Dachdämmung mit Wärmedämmung in den Zwischensparren


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Mineralische Materialien haben nicht nur solide Dämmwerte, sondern schützen auch vor Lärm und sind nicht brennbar. Ein Nachteil sind gesundheitliche Folgen wie Hautreaktionen bei der Verarbeitung. Material mit krebserregendem Faserstaub ist heute übrigens nicht mehr zulässig. Tipp: Am besten immer auf entsprechende Gütesiegel achten.

Dachdämmung – Eigenschaften von mineralischen Dämmstoffen:

  • Wärmeleitfähigkeit: 0,035 bis 0,050 W/mK
  • Rohstoffdichte Glaswolle: 20 bis rund 150 kg/m³
  • Rohstoffdichte Steinwolle: circa 20 bis 200 kg/m³
  • Baustoffklasse nach DIN 4102: A1 – nicht brennbar

2) Expandierter Kunststoff EPS

Mit einem europäischen Marktanteil von 25 Prozent zählt expandierter Polystyrolschaum, kurz EPS, ebenfalls zu den klassischen Dämmstoffen für das Dach. Beim EPS, besser bekannt unter dem BASF-Markennamen Styropor, handelt es sich um sehr leichte Hartschaumplatten, die über gute Dämmwerte verfügen. Gegenüber Feuchtigkeit beweist sich EPS als resistent und verfügt ebenfalls über einen guten Schallschutz.

Dachboden Dämmung
Dachdämmung mit Fieberglas Schaum-Isolierung


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Wie entsteht das Material? Polystyrolgranulat wird bei Temperaturen bis zu 90 Grad Celsius durch Wasserdampf und Treibmittel um ein Vielfaches aufgebläht, bevor man es zu Hartschaumblöcken oder -platten formt.

Sein großer Nachteil: Styropor ist entflammbar und erzeugt beim Brand Qualm, wobei giftige Dämpfe entstehen. Ökologischer Nachteil: EPS basiert auf dem fossilen Rohstoff Erdöl und ist aktuell nur bedingt recycelbar.

Dachdämmung – Eigenschaften von EPS (Styropor):

  • Wärmeleitfähigkeit: 0,035 bis 0,045 W/mK
  • Rohstoffdichte: 15 bis 30 kg/m³
  • Baustoffklasse E: normal entflammbar

3) Hartschaumplatten Polyurethan (PUR)

Auch mit Hartschaumplatten aus dem Dämmstoff PUR (Polyurethan) lässt sich ein Steildach dämmen. Vor allem bietet dieses Material im Vergleich zur Mineralwolle einen deutlich besseren Wärmeschutz bei gleicher Dämmschichtdicke. So lassen sich auf dem Dach besonders schlanke Aufbauten realisieren – in aller Regel im Rahmen einer vollflächigen Aufsparrendämmung.

Materialien für die Wärmedämmung


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Basis für die Dämmplatten aus Polyurethan ist ein Hartschaum, der aus vernetzten Polymeren mit einer dichten, geschlossener Zellstruktur besteht. Diese sorgt für eine sehr gute Dämmung und Stabilität der Platten. Auch gegenüber Feuchtigkeit, Fäulnis oder Schimmel sind die Platten sehr resistent. Großer Nachteil: Polystyrol-Dämmstoffe stehen wegen ihres Brandverhaltens und den giftigen Emissionen immer wieder in der Kritik. Auch der Blick auf die Energiebilanz zeigt: Es gibt ökologischere Materialien.

Dachdämmung – Eigenschaften von Hartschaumplatten Polyurethan (PUR):

  • Wärmeleitfähigkeit: 0,024 bis 0,029 W/mK
  • Rohstoffdichte PUR: 30 bis 33 kg/m³
  • Baustoffklasse PUR: B2 – normal entflammbar

4) Hartschaumplatten Resol

Dünn und sehr effizient sind auch die Hartschaumplatten aus Resol. Statt des erdölbasierten Produkts kommt hier der Kunstharz Bakelit zum Einsatz. Bei einer Stärke von nur 60 mm haben die Platten eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit von nur 0,021 W/mK. Resolplatten sind der Baustoffklasse B1 zugeordnet und gelten als nur schwer entflammbar.

Aufsparrendämmung eines Satteldaches


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5) Nachwachsendes Material zur Dachdämmung

Naturnah leben: Das gilt nicht nur für unsere Innenräume, sondern auch für die Art und Weise, wie wir Häuser bauen – Material für Dachdämmungen inklusive. Insofern überrascht es nicht, dass sich immer mehr Eigentümer mit der Frage nach organischen Dämmstoffen für ihr Dach auseinandersetzen. Neben Holzfasern kommen auch Hanf, Kork oder sogar Recyclingstoffe wie Zellulose aus Altpapier zum Einsatz.

Holzfasern zum Beispiel entstehen aus Resten der industriellen Holzverarbeitung und werden zu Dämmplatten oder loser Wolle verarbeitet, die sich als Material zur Dachdämmung einsetzen lassen. Auch mit Kork, der aus der Rinde der Korkeiche hergestellt wird, lassen sich ganze Fassaden und Dächer dämmen. Kork ist ein guter Dämmstoff und hat eine ausgezeichnete Ökobilanz. Bei folgendem Projekt hat das Architekturbüro Rundzwei gleich ein ganzes Haus aus Kork gebaut.

Egal, ob synthetisch oder organisch: Am Ende lohnt der Blick auf Möglichkeiten der Umsetzung, Materialeigenschaften und Kosten. So wird Ihr Steildach nicht nur zum Hingucker, sondern verschafft solide Wohnqualität über viele Jahrzehnte.

Unser Lesetipp: Dachdämmung: Varianten, Kosten, Zuschüsse

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