Angelika Polle-Valder

Dachgauben planen und einbauen: Mehr Platz schaffen unter dem Dach

Wohnen unter dem Dach ist beliebt. Nicht selten fehlt es unter der Dachschräge jedoch an Licht, Stehhöhe und Fläche. Die Lösung dafür bieten Dachgauben: Sie sehen gut aus, verleihen dem Dach Akzente und sorgen im Inneren für mehr Platz. Außerdem lassen die senkrecht stehenden Fenster viel Licht in die Dachwohnung. Und nicht zuletzt schaffen sie eine komfortable Aussicht über die Dächer der Stadt.

Besonders bei kleineren Dachgeschossen mit niedrigem Kniestock − wenn die Dachschräge bereits knapp über dem Boden beginnt − sind Gauben eine gute Alternative zum Dachflächenfenster. Gleiches gilt für Räume unter Dächern mit flacherer Neigung.

Schema Satteldachgaube im Dach
Moderne Dachgeschosswohnung mit Flachdachgaube


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Welche Dachgaube passt zu Ihrem Haus?

Beachten Sie Dachform und -größe sowie den Neigungswinkel. Denn nicht alle Gauben eignen sich für jedes Dach. Von Schlepp- und Flachgauben über Spitz- und Dreiecksgauben bis hin zu weit ausschwingenden Fledermausgauben sind viele Varianten denkbar. Fragen Sie zuerst den Dachdecker oder Zimmermann. Bevor Sie sich für eine Gaubenart entscheiden, sollten Sie Bauvorgaben, den Zustand des Daches, die gewünschte Gaubengröße, die Anzahl der Fenster sowie die Auswirkungen auf den Dachraum beachten.

Meistens ist es problemlos möglich, eine Gaube nachträglich in den Dachstuhl einzufügen. Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren, wie das Dach zu einer Gaube kommt. Entweder wird sie aus Einzelteilen direkt auf dem Dach zusammengebaut oder als komplette Fertiggaube geliefert und vor Ort eingesetzt.

Alle Gaubenarten
Einbau einer Fertiggaube


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Wichtig: Bauantrag stellen

Möchten Sie eine Gaube nachträglich einbauen, müssen Sie in der Regel einen Bauantrag stellen. Denn eine Dachgaube verändert die Optik und Statik des Gebäudes entscheidend. Das örtliche Bauamt ist dafür der erste Ansprechpartner. Im Bebauungsplan der Gemeinden sind maximale Größe und mögliche Form der Gaube festgelegt.

Gibt es diese entsprechenden Regeln nicht, gilt: Die geplante Maßnahme muss sich in die Umgebung einfügen. An dieser Stelle lohnt es sich, einen Architekten, Statiker oder Zimmermann hinzuziehen, um die Bausubstanz und die Tragfähigkeit des Dachbodens zu prüfen und den Dachstuhl auf eventuelle Mängel zu untersuchen.

Besonders auf kleinen Dächern ist es wichtig, die Gauben maßlich anzupassen. Gleiches gilt auch für die Anzahl der Gauben: Zu viele zergliedern die Dachfläche. Schließlich sollen sie möglichst gut zur Optik des Hauses passen. Eine zu große Dimensionierung wirkt schnell klobig, ein zu klein geratener Aufbau wie ein Fremdkörper. Gauben sollten daher wohl überlegt platziert und konstruiert werden.

Große Schleppdachgaube


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Diese Fehler drohen, wenn Sie selbst Dachgauben bauen

Als „Dach im Dach“ unterbrechen Gauben die meist wärmegedämmte Dachfläche: Auf kleiner Fläche sind hier alle Fehler möglich, die an einem Dach gemacht werden können. Daher ist der Einbau einer Dachgaube nicht für Heimwerker geeignet. Gauben sollten bezüglich Regensicherheit, Wärme-, Feuchte- und Holzschutz gewissenhaft vom Profi detailliert und schließlich eingebaut werden.

Bevor der Zimmermann oder Dachdecker die Gauben einsetzt, entfernt er zunächst die Dacheindeckung und –lattung auf einer Fläche im Dach, die in etwa so groß ist wie die neue Gaube. Dann montiert er das Traggerüst aus Ständern, Sparren und Querholm und verschalt anschließend Seitenwangen und Dachfläche. Zuletzt sägt er die alten Sparren heraus − so kann es während der Montage nicht in den Dachraum regnen und die Tragsicherheit der Konstruktion bleibt bestehen. Schneller montiert sind Fertiggauben als gute Alternative.

Dachdecker verkleidet Gaube


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Wie teuer ist eine Dachgaube?

Die Gaubenart, die Größe der Gaube, die Zahl der Fenster – all diese Faktoren bestimmen die Kosten für Dachgauben. Eine Gaube mit einer Größe von etwa 1,25 Metern Höhe und 1,50 Metern Breite kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro. In den unteren Preisbereich fallen Schleppdachgaube sowie Spitzdach- und Satteldachgaube. Teurer sind hingegen Runddach-, Trapez- und Walmdachgaube. In diesem Artikel stellen wir 8 beliebte Dachgauben näher vor.

Dachgauben bauen: Gibt es Fördermittel?

Ob Investitionszuschuss oder Kredit für energieeffiziente Sanierung – in der KfW finden Sie eine erste Anlaufstelle für verschiedene Förderungsmöglichkeiten. Auch länderspezifische Förderprogramme sollten Sie vorab gründlich recherchieren, damit Sie am Ende Geld sparen. Der Bau einer Dachgaube als reine Modernisierungsmaßnahme wird zwar nicht von der KfW gefördert. Erfolgt der Bau der Gaube jedoch im Zuge einer Dachsanierung oder eines Dachgeschossausbaus mit gleichzeitiger energetischen Sanierung, kann die neue Gaube im Programm „Energieeffizient Sanieren“ mitgefördert werden.

Flachdachgaube von Innen


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Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist, dass die technischen Mindestanforderungen an den Wärmeschutz der Dach- und Gauben(außen)flächen eingehalten werden. Für den Erhalt der Förderung ist ein Energieeffizienz-Experte einzubinden.

Bei der Förderung kann zwischen einem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem reinen Zuschuss gewählt werden. Näher Informationen sind unter www.kfw.de/152 (Kredit) oder www.kfw.de/430 (Zuschuss) zu finden. Wichtig: Auch die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten wird mit bis zu 4.000 Euro beziehungsweise 50 Prozent der Kosten gefördert (www.kfw.de/431).

Tipp: Die Voraussetzungen für eine Förderung und Antragstellung sollten Sie unbedingt vor Baubeginn in Erfahrung bringen, denn im Nachhinein können Sie keinen Förderanspruch mehr geltend machen.

Jetzt weiterlesen: 8 beliebte Dachgauben: Welche Form passt zu Ihrem Dach?

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