Angelika Polle-Valder

Was ist eine Dachloggia und wie baut man sie?

Licht, Luft und Weitblick – das verspricht eine Dachloggia. Doch was genau ist eine Loggia? Das Wort stammt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie Loge. Heutzutage versteht man unter dem Begriff Loggia einen windgeschützten Freisitz, oft überdacht. Wichtigster Unterschied zum Balkon: Eine Loggia befindet sich innerhalb des Gebäudegrundrisses, ein Balkon wird vor das Gebäude montiert.

Die Dachloggia: Außenzimmer und Freisitz zugleich

Eine Dachloggia ist eine ins Dach geschnittene Lücke, mit der Sie sich ein "Außenzimmer" im Dachgeschoss schaffen. Sie ist in der Regel an drei Seiten geschlossen und nach vorne hin geöffnet, gesichert mit einem Geländer oder einer Brüstung. Besonders in Mehrfamilienhäusern stellen Dachbalkone eine ideale Lösung dar, um einen geschützten Außenraum im Freien zu realisieren. Häufig verbessert der Einbau einer Dachloggia auch die Lichtverhältnisse in der oberen Wohnung.

Können Sie eine Dachloggia nachträglich einbauen?

Ja, das geht. Sofern Sie bereit sind, auf Wohnfläche zu verzichten. Der ideale Zeitpunkt wäre jener, wenn Sie Ihr das Dach ohnehin erneuern müssen. Für eine Loggia im Dach ist eine Baugenehmigung nötig, da sich das Äußere des Gebäudes verändert. Ein Architekt hilft hier weiter.

Die Dachloggia individuell planen

Wollen Sie die Dachloggia nach eigenen Vorstellungen planen, beauftragen Sie am besten einen Dachdecker, Zimmermann oder Architekten. Oft integriert man in die Seitenwände der Dachloggia Fenster. Für die äußere Hülle kommt eine Verkleidung aus Edelstahl, Kupfer oder Aluminium infrage.

Dachloggia: ein Dach mit roten Ziegeln und Dachloggia in der Mitte, daneben Dachfenster


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Wer die Loggia das ganze Jahr nutzen möchte, funktioniert sie mit Schiebefenstern an der offenen Front zum Wintergarten um. Vergessen Sie dabei bitte nicht Rollläden oder anderen Sonnenschutz.

Absturzsicherung ist Pflicht: das Geländer

Vor Abstürzen sichert Sie ein Loggia-Geländer aus Edelstahl, verzinktem Stahl oder aus Metall mit Sicherheitsglas. Nach den DIN-Vorschriften für den Hausbau müssen Geländer ab einer Absturzhöhe von einem Meter mindestens 90 Zentimeter hoch sein. Beträgt die Absturzhöhe mehr als zwölf Meter, muss das Geländer mindestens 110 Zentimeter messen. Der Abstand zwischen den einzelnen Geländerstäben darf maximal zwölf Zentimeter betragen.

Fertiglösungen für die Dachloggia

Inzwischen bieten verschiedene Hersteller vormontierte Dachloggia-Elemente an, die innerhalb eines Tages in den passend hergestellten Dachausschnitt eingesetzt werden. Die Basis eines solchen Dachbalkons bildet eine nahtlose Wanne aus verstärktem Kunststoff. Zu den Kosten: Für eine Fertig-Loggia (2,30 Meter hoch und 2,50 Meter breit) müssen Sie mit etwa 15.000 Euro rechnen.

Wärmedämmung und Entwässerung beim Dachbalkon

Als Einschnitt in das Hausdach stellt die Dachloggia hohe Anforderungen an Feuchtigkeitsschutz, Abdichtung und Wärmedämmung. Damit keine Wärmebrücken entstehen, müssen Sie die Anschlusspunkte am Haus fachmännisch anschließen und dämmen lassen.

Dachloggia: ein Wohnhaus mit roten Dachziegeln und Dachloggia


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Eine Loggia im Dach bildet im Grunde eine Wanne im Dach, darum muss sie so konzipiert sein, dass anfallendes Wasser abfließt. Bei der Auswahl der Fußbodenbeläge gibt es zwischen Loggia und Balkon keine nennenswerten Unterschiede. Materialien wie Estrich, Naturstein, Kunststein, Keramikplatten oder bestimmte Holzsorten bieten sich an.

Alternativen zur Loggia: Balkon, Dachterrasse, Gauben

Neben einer Dachloggia gibt es, je nach baulicher Ausgangslage, weitere Alternativen für Freiraum auf dem Dach. Auf einem Flachdach können Sie eine Dachterrasse bauen, mit Begrünung entsteht sogar ein Dachgarten. Dachfenster bringen Licht ins Dachgeschoss und mit einer Gaube schaffen Sie noch mehr Wohnraum unter dem Dach. Nicht zuletzt gibt es kombinierte Lösungen wie Dachfenster mit einem Austritt oder ausklappbarem Dachbalkon.

Jetzt weiterlesen: So bauen Sie eine Dachterrasse.

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