Simone Orlik

Sturmschäden am Dach: So sind Sie bei Wind und Wetter gut versichert

Wenn es um das Haus herum stürmt, bangen viele Eigentümer um ihr Dach. Nicht ohne Grund: Die Wetterextreme der vergangenen Jahre brachten kräftige Unwetter und Stürme mit sich. Angesichts des Klimawandels ist auch in Zukunft mit Starkwinden zu rechnen, das Risiko von Schäden am Dach steigt eher noch.

Diese Sturmschäden können entstehen

Sturmschäden können sehr unterschiedlich ausfallen: verschobene Dachpfannen, lose Schiefersteine, gerissene Ziegel und sogar abgedeckte Dächer. Auch Schäden durch umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste können Reparaturen nötig machen – zum Teil mit erheblichem Aufwand. Hat der Eigentümer zuvor entsprechende Versicherungen abgeschlossen, kommen diese für die anstehenden Instandsetzungen auf.

Dachschaden: abgeckte Ziegel


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Versicherung beim Sturmschaden: Machen Sie den Check!

Eine eigene Dachschaden-Versicherung gegen Sturm gibt es nicht. Sie müssen die verschiedenen Schäden darum deshalb durch andere Policen abdecken:

Die Wohngebäudeversicherung

Durch eine Wohngebäudeversicherung erhalten Eigentümer eine grundlegende Absicherung für ihre Immobilie. Eine gute Wohngebäude-Police sollte eine Absicherung durch Sturmschäden nicht nur explizit aufführen, sondern auch auflisten, welche Bestandteile genau versichert sind.

Wenn das Dach nach einem Sturm einen Schaden genommen hat, zahlt die Versicherung – egal, ob es sich um abgedeckte Ziegel handelt oder einen zerstörten Dachstuhl. In die Wohngebäude-Versicherung fallen dabei alle fest mit dem Haus verbundenen Bauteile. Auch die sogenannten Folgeschäden sind durch die Police mitversichert. Dabei handelt es sich um Schäden, die ein abgedecktes Dach mit sich bringt: zum Beispiel durch Regenwasser beschädigte Decken oder Wände.

Die Hausratversicherung

Ein Sturmschaden am Dach kann indirekt auch Möbel, Elektrogeräte oder Kleidung beschädigen, den sogenannten Hausrat. Für diese Schäden zahlt die Hausratversicherung. Auch Gegenstände und Strukturen, die nicht mit dem Dach verbunden sind wie Teppichböden, Rollos oder Tapeten fallen darunter.

Die Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung

Hat ein umgestürzter Baum, der auf Ihrem Grundstück steht, das Dach eines Nachbarhauses beschädigt? In diesem Fall greift eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung, sofern der Nachbar entsprechende Ansprüche geltend macht. Die Versicherung schützt vor Kosten, die entstehen, wenn Dritte durch Ihr Haus oder Ihr Grundstück einen Schaden erleiden.

Dachschaden: ein abgerissenes Blechdach


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In diesen Fällen zahlt die Versicherung den Dachschaden nach Sturm nicht

In einigen Fällen zahlen die Versicherungsgesellschaften bei Sturmschäden nicht. So wird keine Versicherung Reparaturen unter einer Windstärke von 8 übernehmen. Nachweise über die zum Zeitpunkt des Schadens vorhandene Windstärke erhalten Sie beim Deutschen Wetterdienst. Auch Fahrlässigkeit wird bestraft: Haben Sie beim Sturm die Fenster nicht geschlossen und es entsteht ein Schaden, erhalten Sie lediglich eine reduzierte Versicherungssumme.

Der Sturm ist vorbei – und nun?

Nach einem Sturm sollten Eigentümer zuerst gründlich Ihr Dach in Augenschein nehmen. Wurden Ziegel abgedeckt, Rinnen beschädigt oder ist es zu Beeinträchtigungen an Fenstern oder Dachstuhl gekommen? Sofern Sie einen Schaden erkannt haben, überlassen Sie die genaue Inspektion einem Fachbetrieb. Der begutachtet den Fall, dokumentiert ihn schriftlich und macht Bilder.

Dachschaden nach Sturm: So melden Sie den Schaden beim Versicherer

Sofern Ihnen ein Dachschaden entstanden ist, sollten Sie Ihre Dokumentation mit Bildern innerhalb von drei Tagen online oder per Post der Versicherung melden. Dazu gehört der Zeitpunkt des Schadens, Ihre Versicherungsnummer, Rechnungen der zu ersetzenden Gegenstände, frühere Sanierungen des Dachs oder anderer Bauteile sowie Ihre Kontaktdaten.

Regelmäßig die Dachschaden-Versicherungen checken

Der zuständige Versicherer vereinbart einen Vor-Ort-Termin und lässt den Schaden durch einen Sachverständigen begutachten. Weil bis dahin einige Zeit vergehen kann und das Dach eventuell provisorisch repariert werden muss, sollten Ihre Unterlagen so ausführlich wie möglich sein.

Tipp: Geben Sie der Versicherung vier bis sechs Wochen Zeit, den Schaden zu prüfen. Sind alle Bedingungen erfüllt, zahlt die Versicherung den Schaden im Normalfall. In jedem Fall lohnt der regelmäßige Blick in die Dachschaden-Versicherungen, ob diese noch den aktuellen Gegebenheiten entsprechen. Berater der Versicherungen stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Jetzt weiterlesen: Mit einer regelmäßigen Dachwartung sind Sie bei Schäden auf der sicheren Seite.

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