Nicole Ziese

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG): Diese Förderungen können Sie nutzen

Mit dem 1. November 2020 trat das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft, das die bisherigen Gesetze und Verordnungen EnEG, EnEV und EEWärmeG ersetzt. Bei dem neuen GEG handelt es sich um eine Vereinheitlichung und Fortschreibung der bisherigen Regelungen. Das Gesetz enthält einen Regelungskatalog der energetischen Anforderungen an Neubauten und an Bestandsgebäude sowie an den Einsatz von erneuerbaren Energien zur Wärme- und Kälteversorgung.

In den meisten Fällen können Sie sich den Einbau der im GEG vorgeschriebenen Anlagen durch Maßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern lassen. Dies reduziert die finanziellen Belastungen für Bauherren und Gebäudeeigentümer maßgeblich.

Die Basis für die neuen Förderungen

Die Grundlage der Fördermöglichkeiten ist das in vielen Punkten angepasste „Marktanreizprogramm zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“. Die neuen Richtlinien sind zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Gebaeudeenergiegesetz GEG: ein Mann dreht am Thermostat der Heizung


Foto:

Die wichtigste Änderung zu dem vorherigen Marktanreizprogramm besteht darin, dass die Förderung von einem Festbetrag auf eine anteilige Förderung umgestellt wurde. Die Höhe der gezahlten Fördergelder richtet sich also jetzt nach der Höhe der tatsächlichen Kosten für die neue Anlage. Bei den Kosten wird nicht lediglich der Anschaffungspreis der Anlage berücksichtigt, sondern auch die Kosten für notwendige Umfeldmaßnahmen.

Die Förderung bei Heizungsanlagen

Über das neue Marktanreizprogramm lassen sich sowohl Anlagen in Neubauten als auch in Bestandsgebäuden fördern. Es gibt kein bestimmtes Mindestalter, das eine Anlage in einer Bestandsimmobilie erreicht haben muss, um förderfähig zu sein. Vielmehr gelten je nach Alter der Heizung zum Zeitpunkt der Antragstellung unterschiedliche Fördervoraussetzungen:

  • Heizung ist weniger als zwei Jahre alt: Es gelten die Förderbedingungen für Anlagen im Neubau.
  • Heizung ist zwei Jahre alt oder mehr: Hier gelten die Förderbedingungen für Anlagen im Gebäudebestand.

Folgende Heizungsanlagen sind förderfähig:

  • Solarthermieanlagen
  • Biomasseanlagen oder Wärmepumpeanlagen
  • EE-Hybride: Erneuerbare Energien Hybridheizungen
  • Nachrüstung eines Sekundärbauteils für die Biomasseanlage zur Partikelabscheidung beziehungsweise Brennwertnutzung
  • Gas-Hybridheizung: a) mit erneuerbarer Wärmeerzeugung oder b) mit späterer Einbindung der erneuerbaren Wärmeerzeugung („Renewable Ready“)

Anlagenform 1: Solarthermieanlage

Förderfähig sind die Errichtung sowie die Erweiterung von Solarthermieanlagen zur thermischen Nutzung. Voraussetzung ist, dass diese überwiegend zur

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • Kälteerzeugung
  • Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme-/Kältenetz

eingesetzt wird.

Der Fördersatz beträgt:

  • Bei Bestandsgebäuden: 30 %
  • Beim Austausch von Ölheizungen: 30 %
  • Im Neubau: 30 %
Gebaeudeenergiegesetz GEG: eine Solarthermieanlage auf einem dunklen Dach


Foto:

Anlagenform 2: Biomasseanlagen

Gefördert werden Biomasseanlagen, die zur thermischen Nutzung eingesetzt werden und eine Nennwärmeleistung von mindestens 5 kW haben. Zu den förderfähigen Biomasseanlagen zählen:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und -hackschnitzeln
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets beziehungsweise Hackschnitzeln und Scheitholz
  • Scheitholzvergaserkessel, wenn diese besonders emissionsarm sind.

Ebenfalls förderfähig: Nachrüstung von Sekundärbauteilen zur Partikelabscheidung oder zur Brennwertnutzung.

Der Fördersatz beträgt:

  • Bei Bestandsgebäuden: 35 %
  • Beim Austausch von Ölheizungen: 45 %
  • Im Neubau: 35 %

Anlagenform 3: Effiziente Wärmepumpenanlagen

Effiziente Wärmepumpanlagen sowie die Nachrüstung bivalenter Systeme werden dann gefördert, wenn sie

  • überwiegend der Raumheizung
  • der kombinierten Warmwasserbereitung und der Raumheizung von Gebäuden
  • oder der Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz

dienen.

Der Fördersatz beträgt:

  • Bei Bestandsgebäuden: 35 %
  • Beim Austausch von Ölheizungen: 45 %
  • Im Neubau: 35 %

Anlagenform 4: Hybridheizungen

Förderfähige EE-Hybridheizungen sind solche Anlagen, die

  • mehrere Anlagen miteinander kombinieren
  • und mit Inbetriebnahme Wärme aus erneuerbarer Energie nutzen,
  • wobei folgende erneuerbare Energiequellen möglich sind: Solar, Biomasse, Wärmepumpe.

Spezielle Regelungen gelten für die Gas-Hybridheizungsanlagen, bei denen eine Gasheizung mit einer oder mehreren Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien über ein gemeinsames Steuerungs- und Regelelement kombiniert wird.

Der Fördersatz beträgt:

  • Bei Bestandsgebäuden: 35 %
  • Beim Austausch von Ölheizungen: 45 %
  • Im Neubau: 35 %
Experten für das Dach: ein Dachdecker und der Bauherr stehen auf dem Dachboden eines bereits abgedeckten alten Daches


Foto:

Anlagenform 5: „Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizungen

Bei den sogenannten „Renewable Ready“ Gas-Brennwertanlagen handelt es sich um Gas-Hybridheizungen, bei denen

  • zunächst nur ein neuer Grasbrennwertkessel installiert wird
  • und erst später (als zweite Maßnahme) die thermische Nutzung erneuerbarer Energien realisiert wird.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass

  • hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik für die später zu installierenden Heizungsteile installiert werden
  • und die Erweiterung spätestens innerhalb von zwei Jahren erfolgt.

Der Fördersatz beträgt:

  • Bei Bestandsgebäuden: 20 %
  • Beim Austausch von Ölheizungen: nicht möglich
  • Im Neubau: nicht möglich

Spezielle Förderung: Austauschprämie Ölheizung

Ist in einer Bestandsimmobilie eine Ölheizung vorhanden und diese wird gegen

  • eine förderfähige Hybridheizung
  • eine Biomasseanlage
  • oder eine Wärmepumpenanlage

ersetzt, der erhöht sich der Fördersatz um weitere 10 Prozent. Dies gilt jedoch nur dann, wenn keine Austauschpflicht für die Ölheizung besteht.

Eine Austauschpflicht für eine Ölheizung besteht, wenn:

  • ein Eigentümerwechsel der Immobilie nach dem 1. Februar 2002 stattgefunden hat und
  • die Heizung älter ist als 30 Jahre und
  • es sich bei dem Heizkessel nicht um einen Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel handelt.

Wichtig: Die Entscheidung, ob im konkreten Fall für eine bestimmte Heizungsanlage eine Austauschpflicht besteht, entscheidet eine fachkundige Person. Dies kann ein Schornsteinfeger, ein Heizungsfachmann oder ein Energieberater sein.

Mit welchen anderen Förderprogrammen sind die Maßnahmen kombinierbar?

Die Förderungen nach dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm sind grundsätzlich mit weiteren Förderprogrammen kombinierbar. Hier sind insbesondere die folgenden zu nennen:

Als Obergrenze für die Fördergelder gilt, auch bei der Inanspruchnahme mehrerer Förderangebote, dass die Gesamtsumme des Fördergelder nicht die Summe der förderfähigen Kosten übersteigt.

Wichtig: Eine Kumulierung mit der Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden im Sinne des § 35 c Einkommenssteuergesetzes ist nicht zulässig.

Das Dach sanieren: Ein Mann dämmt ein Dachfenster


Foto:

Antrag auf Förderung: Das gilt es zu beachten

Damit Sie die Fördergelder auch wirklich in voller Höhe in Anspruch nehmen können, müssen Sie einige Formalien beachten. Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Der Antrag muss vor dem Beginn des Vorhabens (also vor Vertragsabschluss) gestellt werden.
  • Die Antragstellung muss nicht persönlich erfolgen: Es kann auch eine andere Person (Verwandter, Handwerker, Anwalt) bevollmächtigt werden, den Antrag zu stellen.
  • Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides können die Kosten nicht nachträglich erhöht werden.

Auf einen Blick

Aufgrund der neuen rechtlichen Vorgaben des GEG müssen Eigentümer von Neu- und Bestandsimmobilien immer höhere Anforderungen bei der Nutzung von erneuerbaren Energien zur Warmwasserbereitung, Raumheizung sowie der Kälteerzeugung erfüllen. Andererseits gibt es zahlreiche Förderungen, die die Kosten für die neuen Anlagen für den Privathaushalt senken. Die neuen Förderungen gelten insbesondere für:

  • Solarthermieanlagen
  • Biomasseanlagen
  • EE-Hybridheizungen
  • Gas-Hybridheizungen

Die Höhe der Fördersumme wird als prozentualer Anteil an den tatsächlichen Kosten gewährt.

Jetzt weiterlesen: Vermeiden Sie diese 10 Kostenfallen bei einer Dachsanierung.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten: