Simone Orlik

Aus Alt wird Neu: 5 Gründe für eine energetische Sanierung

Sie sind Eigentümer einer älteren Immobilie und möchten Ihren Energieverbrauch senken? Damit stehen Sie nicht allein: Viele Bestandsgebäude haben gegenüber Neubauten eine schlechtere Energieeffizienz. Grund dafür sind nicht nur alte oder unzureichend eingestellte Heizungsanlagen. Schlecht gedämmte Fenster, Dächer oder Fassaden sorgen dafür, dass die erzeugte Energie ineffizient genutzt wird – mit dem Effekt, dass die Heizkosten hoch sind und viele CO2-Emmissionen entstehen, welche die Umwelt belasten.

Die energetische Sanierung einer Bestandsimmobilie

Eine energetische Sanierung eines Gebäudes bedeutet, bauliche Veränderungen an einem Bestandsgebäude vorzunehmen, um damit den Energieverbrauch zu reduzieren. Altbauten lassen sich sowohl durch Einzelmaßnahmen optimieren als auch komplett sanieren.Typische Maßnahmen einer energetischen Sanierung:

  • Einbau neuer Heizanlagen (Systeme auf Basis nachwachsender Rohstoffe, Solarthermie oder Wärmepumpen)
  • Wärmedämmung der Außenfassade, Kellerdecken und Dachgeschossdecken
  • Austausch alter Fenster und Türen
  • Modernisierung der Dachdämmung und Dacheindeckung
  • Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
Grafik: Maßnahmen einer energetischen Sanierung


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Gute Gründe für die Sanierung

Viele Eigentümer schrecken vor den hohen finanziellen Belastungen zurück. Wer Energiekosten senken will, kommt um die energetische Sanierung seiner Immobilie aber kaum herum. Dabei gibt es noch mehr Gründe, sich für eine energetische Sanierung zu entscheiden.

1. Kosteneinsparung durch Sanierung

Auch wenn eine energetische Sanierung eine finanzielle Belastung darstellt: energieeffizient sanieren heißt, die Hausnebenkosten deutlich zu reduzieren. Denn eine gedämmte Gebäudehülle sorgt dafür, dass so wenig Primärenergie wie möglich verbraucht wird. Wer dazu Heizanlagen mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas abschafft und in moderne Heizungsanlagen mit regenerativen Energien investiert, bekommt seine Energie sehr günstig ins Haus geliefert. Die Kosten einer solchen Sanierung amortisieren sich je nach Baumaßnahme bereits innerhalb einiger Jahre. Wie viel Sie genau sparen können, hängt vom Zustand Ihres Hauses ab. Bei der genauen Planung rund um die Energieeinsparung unterstützt Sie ein Energieberater.

2. Mit Förderkrediten günstig sanieren

Wer sein Gebäude energieeffizient umbauen möchte, muss die Kosten zum Glück nicht allein tragen. Bauherren haben Anspruch auf eine staatliche Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder die Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Sie stellen Programme in Form von Investitionszuschüssen und Krediten bereit oder geben Zuschüsse zur Baubegleitung – zum Teil in erheblichem Umfang. Eine der Bedingung, um förderfähig zu sein, ist allerdings die Einbindung eines unabhängigen Sachverständigen. Doch auch die wird bezuschusst. Alles Wissenswerte zu den einzelnen Förderprogrammen erfahren Sie hier.

3. Gemeinsam für ein gesundes Klima

Den Energieverbrauch und die Umweltbelastung durch Bestandsgebäude zu reduzieren, ist ein zentrales europäisches Anliegen. Immerhin entstehen beispielsweise in Deutschland circa ein Drittel der umweltbelastenden CO2-Emissionen durch Immobilien. Die Energieoptimierung Ihres Hauses stellt also auch einen maßgeblichen Beitrag zum Umweltschutz dar.

Durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) existieren für Gebäude, die vor dem 1. Februar 2002 gebaut wurden, schon lange Vorschriften zur Modernisierung von Bestandsgebäuden. Öl- und Gas-Standardheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden. Da es hier einige Ausnahmen gibt, ist im Zweifel ein Gespräch mit dem Schornsteinfeger sinnvoll. Darüber hinaus ist es Pflicht, Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen dämmen zu lassen. Vielfach betrifft dies gerade Kellerräume in älteren Gebäuden. Dazu gilt als Mindeststandard: Oberste Geschossdecken, die Kontakt zu unbeheizten Dachräumen haben, sollten bereits bis Ende 2015 gedämmt worden sein – sofern sie keinen Mindestwärmeschutz aufweisen, zum Beispiel durch ein saniertes Dach.

4. Wertsteigerung der Immobilie

Der Zustand Ihrer Immobilie entscheidet maßgeblich darüber, wie viel Ihr Haus bei einem Verkauf wert ist. Neben einer zeitgemäßen Innenausstattung steigern vor allem energetische Modernisierungen den Wert. Und nicht nur der Zustand des Hauses wird verbessert, auch die Nutzungsdauer verlängert sich. Für Käufer ist ein Wohnhaus schon alleine wegen niedriger Betriebskosten interessant. Und sie begrüßen es, wenn sie ein bereits modernisiertes Haus erwerben können.

Ein kleiner Tipp: Möchten Sie Ihre frisch sanierte Immobilie verkaufen, können die folgenden Ersteigentümer sich ebenfalls um eine Förderung bei der KfW-Bank bewerben. Auf diese Weise wird ein Haus trotz des höheren Preises für mögliche Käufer finanziell interessant.

5. Verbessertes Wohnklima

Die Art und Weise, wie die Bewohner eines Hauses darin leben, trägt entscheidend zu einem attraktiven Wohnklima bei. Alte Immobilien machen dem häufig einen Strich durch die Rechnung: Wegen undichter Fenster oder schlecht gedämmter Wände friert man schnell. Alte Fenster sind zudem nicht schallgedämmt. Und zuweilen sind Altbauten sogar regelrecht feucht. Durch Wärmeverbundsysteme, dreifachverglaste Fenster mit Schallschutz und gedämmte Dächer lässt sich ein Wohnklima schaffen, das für gleichbleibende Raumtemperaturen und Wohnkomfort sorgt. Häufig integrierte Wohnraumbelüftungen sorgen trotz der dichten Hülle für saubere Luft und stellen einen Ersatz zum früheren Lüften dar.

Grafik: Energetische Sanierung verbessert das Raumklima


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Auch wenn der Gedanke an die energetische Sanierung manchem Eigentümer den Schrecken ins Gesicht treibt: Sie ist aus vielerlei Gründen eine Investition, die sich lohnt und die der Staat mit entsprechenden Programmen unterstützt. Sinn ergibt vor allem eine Bestandsanalyse mit einem Energieberater, der den Zustand der Immobilie ermittelt und Maßnahmen zur Optimierung definiert.

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