Nicole Ziese

Ökologisches Bauen und Sanieren: 5 Aspekte für ein umweltfreundliches Dach

Spätestens beim Neubau oder bei der Sanierung einer Immobilie werden Bauherren mit dem Thema ökologisches Bauen konfrontiert. Die Vorteile beziehen sich dabei immer auf die Bereiche Umwelt, soziale Verantwortung, Klimaschutz und Wohnklima. In diesem Artikel haben wir Ihnen alle Aspekte zum ökologischen Bauen und Sanieren zusammengefasst und verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Was bedeutet ökologisches Bauen?

Streng genommen ist ökologisches Bauen nur ein Teilbereich des nachhaltigen Bauens. Der Begriff des nachhaltigen Bauens umfasst neben ökologischen Aspekten auch ökonomische und soziale Gesichtspunkte. Vereinfacht formuliert geht es darum, das Handeln so auszurichten, dass es auch zukünftigen Generationen gerecht wird. Nachhaltiges Bauen umfasst dabei insbesondere folgende Punkte:

  • Baustoffe: Wie stark wird die Umwelt durch die Gewinnung, Nutzung und Entsorgung der Baustoffe belastet? Und wie sieht es mit den sozialen Aspekten, also den Arbeitsbedingungen, aus?
  • Lebensdauer: Wie lange haben die Baustoffe Bestand, wann müssen sie ausgetauscht werden?
  • Klimaschutz: Der Punkt bezieht sich insbesondere auf die Themen Dämmung und Strom- beziehungsweise Wärmegewinnung.
  • Sanierung: Wie wird die Umwelt bei der Entsorgung von Bauschutt geschützt?
  • Wohnqualität: Nachhaltiges Bauen hat positive Einflüsse auf die Gesundheit der Bewohner.
Holz für den Dachstuhl: Ein Haus mit noch uneingedecktem hölzernen Dachstuhl


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Punkt 1: Das Holz für Ihr Dach

Der Dachstuhl, also das Grundgerüst des Daches, besteht meistens aus Holz. Beim Neubau oder bei der Dachsanierung ist es daher wichtig, darauf zu achten, woher das Holz für das Dach stammt. Zwar handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff, allerdings gibt es bei der Bewirtschaftung von Wäldern große Unterschiede – in Bezug auf die Wiederaufforstung, die Art des Holzabbaus sowie die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.

Querschnitt eines Baumstammes mit FSC-Logo


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Auch Aspekte wie Transportwege sind bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Holz wichtig. Ob das Holz für den Dachstuhl aus einem nachhaltigen Betrieb stammt, lässt sich über Qualitätssiegel nachweisen. Die gängigsten Zertifizierungssiegel sind FSC® und Naturland.

> Das sind die Merkmale von nachhaltigem Holz für den Dachstuhl

Punkt 2: Ziegel & Co. – die Dacheindeckung

Das Dach ist großen Belastungen durch Wind und Wetter ausgesetzt und behütet das Innere des Hauses und somit die gesamte Bausubstanz. Die Dacheindeckung muss demnach vor allem eins: das Haus schützen. Darüber hinaus ist die Dacheindeckung ein wesentliches Gestaltungsmerkmal und bestimmt die Optik des Hauses maßgeblich.

Rote Betonziegeln und blauer Himmel


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Ein weiteres Auswahlkriterium ist die Nachhaltigkeit: Je nach Material gibt es hier enorme Unterschiede. Denn Dachziegel, Dachsteine, Metalldächer, Schieferdächer und Reetdächer variieren stark in Bezug auf die Punkte: Energieaufwand für Rohstoffgewinnung und Herstellung, Umweltbelastung für Rohstoffgewinnung und Herstellung, die Lebensdauer des Materials sowie die Transportwege. Nur durch eine Gesamtbetrachtung dieser Punkte lässt sich die Nachhaltigkeit bestimmen.

> Lesen Sie, wie umweltfreundlich Dachziegel und Co. wirklich sind

Punkt 3: Eine ökologische Dachdämmung

Bei der Dachdämmung spielt der Aspekt der Nachhaltigkeit gleich in mehrfacher Hinsicht eine Rolle: Einerseits geht es um die verwendeten Materialien selbst. Hier stellt sich die Frage, woraus diese bestehen, wie sie gewonnen werden und wie lange ihr Lebenszyklus ist. Außerdem sollten Sie berücksichtigen, wie sich die Dämmstoffe auf das Wohnklima auswirken.

Naturdämmstoffe: Trockene Holzfasern


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Ein weiterer Aspekt ist das Ausmaß der Dämmwirkung. Denn davon hängt ab, wie viel Heizungswärme über das Dach entweicht beziehungsweise wie warm es im Sommer unter dem Dach wird. Beides hat einen großen Einfluss auf den benötigten Energieaufwand.

> Das sollten Sie über natürliche Dämmstoffe für Fassade und Dach wissen

Punkt 4: Bauschutt entsorgen bei einer Sanierung

Wer sein Dach saniert, sollte beim Thema Nachhaltigkeit an die Entsorgung des Bauschutts denken. Bauschutt müssen Sie fachgerecht sortieren und entsorgen. Ideal ist es, wenn er recycelt werden kann. Hier gibt es inzwischen vielversprechende Ansätze, die sowohl die Umwelt als auch das Budget schonen.

Mann entsorgt Bauschutt


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> Diese Regeln gelten bei der Entsorgung von Bauschutt

Punkt 5: Wenn Asbest mit im Spiel ist

Ein Sonderfall ist die Sanierung eines Asbest-Daches. Asbest befindet sich nach wie vor in zahlreichen Dächern, insbesondere als Dacheindeckung und Dachdämmung. Seit 1993 ist Asbest aufgrund seiner hoch krebserregenden Eigenschaften verboten. Heutzutage gelten strenge Regeln für den Abriss und die Entsorgung von Asbest-Baustoffen. Davor muss man ihn aber erst einmal erkennen.

Asbest auf dem Dach


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> So erkennen Sie Asbest im Dach

> Darauf müssen Sie bei der Entsorgung von Asbest achten

Ökologisches Bauen, Sanieren und Entsorgen

Ökologisches beziehungsweise nachhaltiges Bauen und Sanieren bezieht sich auf das gesamte Haus – auch auf das Dach. Dabei geht es um die verwendeten Materialien (und deren Herstellung), die Bauweise und damit zusammenhängende Themen wie die Entsorgung von Altmaterial.

Für einen ökologischen Neubau sollten Sie auf zertifiziertes Holz achten sowie auf natürliche Dämmstoffe und eine umweltfreundliche Dacheindeckung. Beim ökologischen Sanieren geht es vor allem auch darum, Bauschutt fachgerecht entsorgen zu lassen und im Falle von Asbest die Arbeiten unbedingt in die Hände eines qualifizierten Fachbetriebes zu geben.

Jetzt weiterlesen: Die Natur ganz oben - Voraussetzungen für eine Dachbegrünung

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