Nicole Ziese

Kosten und Erträge einer Photovoltaikanlage: Die Faktoren der Wirtschaftlichkeit

Die Sonne bietet kostenlose Energie, die sich mit einer Solaranlage in Strom umwandeln lässt. Diese Energie steht dem Haushalt frei zur Verfügung. Überschüssiger Strom kann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden und wird mit einer Einspeisevergütung entlohnt. Mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) lässt sich also Geld sparen und Geld verdienen.

Andererseits sind die Investitionskosten für eine solche Anlage teils erheblich, es fallen Wartungskosten und Steuern an. Und auch die früher sehr großzügigen staatlichen Förderungen gibt es in der Form nicht mehr. Vor der Planung und Anschaffung einer Photovoltaikanlage ist also eine genaue Betrachtung der Kosten einerseits und der Erträge andererseits wichtig. Nur so können Sie abschätzen, mit welcher Rendite Sie rechnen können.

Photovoltaikanlage: Kosten


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Vorüberlegungen: Planung einer PV-Anlage

Bevor sich die Kosten- und die Ertragsseite beurteilen lassen, müssen Sie einige allgemeine Vorüberlegungen anstellen. Denn sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen einer Photovoltaikanlage hängen von der Leistungsfähigkeit der Anlage ab. Diese wird insbesondere durch folgende Faktoren bestimmt:

  • Größe der Photovoltaikanlage (Anzahl der Solarmodule)
  • Art der verwendeten Solarmodule
  • Ausrichtung und Neigung des Daches
  • Lage des Hauses: eventuell bestehende Beschattung des Daches
  • Region: Anzahl der durchschnittlichen Sonnenstunden pro Jahr
  • Jahreszeit: Im Winter kann weniger Strom erzeugt werden als im Sommer

Der Solarertrag

Ein und dieselbe PV-Anlage kann also auf zwei unterschiedlichen Hausdächern unterschiedlich hohe Solarerträge generieren, aufgrund der Dachform, der örtlichen Begebenheiten und der regional bedingten Sonnenstunden. Benennt ein Hersteller als Kenngröße für eine bestimmte Anlage den solaren Ertrag, so bezieht sich dies in der Regel auf Optimalvoraussetzungen. Das bedeutet noch nicht, dass Sie bei sich vor Ort mit dieser Anlage auch tatsächlich Solarerträge in der genannten Höhe erzielen können.

Photovoltaikanlage: Kosten und Erträge (P)


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Die Elemente einer PV-Anlage

Eine Photovoltaikanlage besteht aus mehreren Elementen – einige davon sind zwingend erforderlich, andere können optional hinzugenommen werden.

  • Die Solarmodule: Die Solarmodule sind die Elemente, mit deren Hilfe aus Sonnenstrahlen Strom erzeugt wird. Der Preis für Solarmodule liegt, je nach Solarmodul-Art, zwischen 0,55 und 0,88 Euro. In Eigenheimen werden in der Regel Anlagen mit einer Leistung von 4 bis 10 Kilowatt Peak verwendet. Das bedeutet Kosten zwischen 2.200 und 8.800 Euro.

  • Der Wechselrichter: Mit den Solarmodulen wird Gleichstrom gewonnen. Für Ihre Elektrogeräte sowie zur Einspeisung ins öffentliche Netz benötigen Sie jedoch Wechselstrom. Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um. Die Kosten liegen, je nach Qualität, zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Ist die Qualität zu niedrig, so ist der Umwandlungsverlust groß. Das wiederum wirkt sich langfristig auf die Ertragsseite aus.

  • Montagesystem: Das Montagesystem ist der Unterbau, auf dem die Anlage befestigt wird. Die Kosten variieren, je nachdem, ob Sie sich für eine Indach- oder Aufdach-Anlage entscheiden. Sie belaufen sich auf 500 bis 1.300 Euro.

  • Arbeitskosten: Für die Elektroinstallation der Anlage müssen Sie abhängig von den örtlichen Begebenheiten und der Anlagengröße zwischen 800 und 1.000 Euro ansetzen. Die Modulmontage schlägt mit weiteren 800 bis 2.000 Euro zu Buche.

  • Smartmeter: Das Smartmeter benötigen Sie, falls Sie Ihren Strom sowohl selbst nutzen als auch ins Netz einspeisen möchten. Ohne dieses Element können Sie den Anteil des eigengenutzten Stroms nicht flexibel selbst bestimmen. Die Kosten belaufen sich auf rund 300 Euro.

  • Leistungsoptimierer: Dieses Element sorgt für eine Optimierung der Solarmodule bei Verschattung. Pro Modul muss ein Leistungsoptimierer eingesetzt werden. Der Stückpreis liegt bei etwa 60 Euro.

  • Stromspeicher: Mit einem Stromspeicher lässt sich, wie der Name sagt, der erzeugte Strom speichern. Dann können Sie diesen später am Tag oder in der Nacht nutzen. Sonst kann der überschüssige Strom nur ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Da die Einspeisevergütung immer weiter sinkt, Strompreise hingegen steigen, ist die Selbstnutzung des Stroms finanziell reizvoller als der Verkauf.

Allerdings sind Stromspeicher noch immer sehr teuer. Die Preise sind zwar in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, liegen jedoch je nach Hersteller und Größe nach wie vor bei 4.000 bis 12.000 Euro. Aufgrund der voranschreitenden Entwicklung im Bereich Elektromobilität ist aber absehbar, dass auch Stromspeicher für Solaranlagen zukünftig deutlich günstiger werden.

  • Die laufenden Kosten. Neben den Fixkosten bei der Anschaffung müssen Sie die folgenden laufenden Posten berücksichtigen:
  • Wartung: zwischen 100 und 250 Euro pro Jahr
  • Neuer Wechselrichter: Dieser muss nach rund 10 Jahren ausgetauscht werden; 1.200 bis 2.500 Euro
  • Versicherung: abhängig vom Leistungsumfang – 70 bis 200 Euro pro Jahr
  • Steuern: Je nach Anlagengröße, Gewinn und der Entscheidung für oder gegen die Kleinunternehmerregelung fallen unterschiedliche Steuerformen in entsprechender Höhe an. Andererseits kann (außer bei Kleinunternehmerregelung) die Mehrwertsteuer geltend gemacht werden.

Die Ertragsseite: Strompreisersparnisse und Einspeisevergütung

Eine Photovoltaikanlage hat viele Vorteile. Neben den persönlichen und ökologischen Vorteilen zählt dazu der finanzielle Aspekt: Mit einer gut geplanten und fachmännisch installierten Anlage lässt sich Geld verdienen. Wie hoch die Einnahmen sind, hängt von der jeweiligen Anlagengröße und Leistungsfähigkeit der Anlage ab.

Einspeisevergütung

Als Anlagenbetreiber erhalten Sie eine auf 20 Jahre festgelegte Vergütung. Daraus ergibt sich, wie viel Sie pro eingespeiste Kilowattstunde verdienen. Die Strommenge, die Sie pro Monat einspeisen, variiert stark. Deshalb sollte bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung entweder ein Jahreswert oder ein gemittelter Monatswert verwendet werden.

Bei einer Inbetriebnahme ab dem 1. Januar 2019 liegt der garantierte Preis pro eingespeiste Kilowattstunde für eine Anlage mit maximal 10 Kilowatt Peak bei 11,47 Cent.

Ersparnisse durch selbstgenutzten Strom

Wenn Sie den erzeugten Strom selbst nutzen (beziehungsweise einen Teil des Stroms), so entsteht Ihnen hierdurch ein finanzieller Vorteil. Denn schließlich sparen Sie das Geld, das Sie sonst für den Verbrauch an einen Stromanbieter gezahlt hätten. Daher ist diese Ersparnis auf der Ertragsseite zu berücksichtigen.

Um die Höhe der Einsparungen zu ermitteln, müssen Sie die verbrauchte Anzahl selbst gewonnener Kilowattstunden mit dem Kilowattstundenpreis des Stromanbieters (oder Durchschnittspreis) multiplizieren. Der Durchschnittswert liegt für 2019 bei 30 Cent pro kWh.

Die wirtschaftliche Betrachtung

Bei der wirtschaftlichen Betrachtung geht es regelmäßig um die Frage, wann sich eine Solaranlage amortisiert. Das bedeutet: Ab welchem Zeitpunkt erwirtschaften Sie mit Ihrer Anlage mehr Geld als Sie investiert haben? Hierzu führen Sie folgende Rechnung durch:

Anschaffungskosten: jährliche Einnahmen = Amortisationszeit in Jahren

Ab dem Zeitpunkt, zu dem sich Ihre PV-Anlage amortisiert hat, erzielen Sie bis zum Ende der Betriebszeit Ihrer Anlage nur noch Gewinne.

Anmerkung: Bei dieser Rechnung handelt es sich nur um eine Näherung. Eigentlich müssten hier auch die laufenden Kosten berücksichtigt werden.

Ein lohnenswertes Risiko

Alles in allem: Eine PV-Anlage stellt bei einer sorgfältigen Planung und einer fachmännischen Ausführung eine sinnvolle finanzielle Investition dar. Wie hoch die erzielten Erträge genau sind, hängt vom Einzelfall ab. Zudem können diese auch schwanken, beispielsweise durch die unterschiedliche Anzahl von Sonnenstunden pro Jahr. Ein gewisses unternehmerisches Risiko bleibt also – es ist aber kalkulierbar.

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