Christoph Bertram

Das Satteldach: 5 Fakten zur beliebtesten Dachform in Deutschland

1. Das Satteldach ist praktisch und günstig konstruiert

Ein Satteldach ist das Gegenteil von baulichem Schnickschnack. Es besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die am höchsten Punkt, dem Dachfirst, zusammenlaufen. Die beiden schmalen Seiten des Hauses bilden die typisch dreieckige Giebelform – schön zu erkennen auf dem Bild unten –, weshalb man das Satteldach auch Giebeldach nennt. Welche Neigung hat ein Satteldach? Hier ist der Spielraum recht groß. Die Neigung der beiden Dachflächen ist meist identisch, sie liegt häufig zwischen 30 und 35 Grad.

Was für die relativ niedrigen Kosten eines Satteldaches sorgt: Dank der einfachen Konstruktion müssen die Dachdecker und Zimmerleute wenig Sonderleistungen erbringen. Dennoch haben Sie bei dieser Dachform einen gewissen Gestaltungsspielraum: Das Steildach lässt sich mit und ohne Überstand bauen, kann also über die Hauswände hinausragen. Und der Spielraum im Neigungsgrad ist groß, bis hin zu einer sehr steilen Konstruktion, die über zwei Etagen geht.

Satteldach: zwei dunkelrote Holzhäuser mit Steildach


Foto:

2. Die Wohnraumnutzung ist beim Satteldach nicht optimal

Geneigte Dächer haben den Nachteil, dass potenzieller Wohnraum verloren geht. Stichwort Dachschrägen. Je geringer der Neigungswinkel, das heißt, je flacher das Dach, desto weniger Platz ist darunter. Und um den Raum mit Tageslicht zu versorgen, lassen sich lediglich Dachfenster oder relativ teure Dachgauben verwenden, gegebenenfalls auch gerade Fenster an den Giebelseiten.

Ein Vorteil des Satteldaches gegenüber Dächern mit vier schrägen Flächen (Walmdach, Zeltdach): An den Giebelseiten stehen zwei senkrechte Wände zur Verfügung. Während unter die Dachschrägen nur kleinere Möbel passen, können Sie an den Giebelwänden auch Schränke und ähnliches aufstellen.

Satteldach: ein weißes Fachwerkhaus mit steilem, rotem Dach


Foto:

3. Das Satteldach eignet sich für Dachfenster und Gauben

Es klang bereits an: Dachfenster und Gauben sorgen für Licht – und Luft – unter dem Dach. Bedenken Sie darum vor dem Hausbau, wie Sie den Dachboden nutzen möchten. Wenn Sie sich für Wohnraum unter dem Dach entscheiden, sollten Sie von Anfang an die Möglichkeiten im Blick haben.

Auch wenn Sie erst später den Dachboden ausbauen wollen, macht es Ihnen das Steildach leicht: Dachfenster und Gauben lassen sich gut nachträglich einbauen. Mit einer Gaube vergrößern Sie den Raum und geben Ihrem Haus ein neues Erscheinungsbild. Denken Sie immer auch an die Wärmedämmung: Die einfache Bauweise des Satteldaches macht die Dämmung relativ günstig, der Einbau von Fenstern und Gauben verändert jedoch die Isolierung.

Ein Dach mit roten Ziegeln und einer Giebelgaube


Foto:

4. Das Satteldach ist witterungsbeständig, aber …

Ein Steildach bedeutet: Das Wasser fließt gut ab. Je schräger, desto schneller. So reinigt sich das Satteldach gewissermaßen selbst und auf der Bedachung bleibt wenig Dreck haften. Das Entwässerungssystem ist relativ einfach, da Sie lediglich eine Regenrinne und ein Fallrohr pro Dachfläche benötigen. So ist dieser Dachtyp insgesamt weniger wartungsintensiv und reparaturbedürftig als andere.

Das Satteldach kommt mit allen möglichen Wettern zurecht. Allerdings sind die ungeschützten Giebelseiten wetteranfälliger. Und in schneereichen Regionen spielt die Neigung eine entscheidende Rolle: Ist das Dach recht steil, besteht die Gefahr von abgehenden Dachlawinen. Ist es eher flach, kann die Schneelast zum Problem werden.

Ihr Dach im Winter: ein Steildach mit roten Ziegeln und halb bedeckt von Schnee


Foto:

5. Solaranlagen installieren geht gut beim Satteldach

Womit lässt sich ein Satteldach decken? Als Bedachungsmaterial kommen viele Möglichkeiten infrage. Oft deckt man es mit Tonziegeln, regional auch mit Schiefer oder Reet. Es gibt sogar Satteldächer mit Dachbegrünung, siehe unten. Und noch mehr ist möglich: Die Dachform eignet sich gut für die Installation von Solaranlagen, denn dank der Schrägen können Sie die Energie der Sonne nutzen und in Strom oder Wärme umwandeln.

Ob Sie sich für eine Photovoltaikanlage (Strom) oder für Solarthermie (Wärme) entscheiden – oder beides –, das Satteldach dient als gute Basis. Mit einer Einschränkung: Liegt keine der beiden Dachflächen auf der Südseite, verringert sich die Chance auf eine optimale Ausbeute der Sonnenenergie.

Satteldach: ein dunkles Holzhaus mit grasbewachsenem Dach


Foto:

Das Satteldach: ein schnörkellos gutes Steildach

Insgesamt punktet das Satteldach in vielen Bereichen: Es ist einfach, vergleichsweise preiswert und dennoch variabel und robust. Es lässt sich gut nachrüsten und erweitern. Für bestimmte Nutzungsweisen wie eine Dachwohnung oder Solaranlagen eignet es sich nur bedingt. Wenn die Konstruktion auch einfach ist, so steckt der Teufel doch im Detail. Lassen Sie sich daher gut und ausführlich beraten, dann werden Sie Ihr Satteldach bestmöglich für sich nutzen.

Mehr zu den Dachvorlieben hierzulande erfahren Sie hier: Traditionelle Dächer in Deutschland - vom Reetdach bis zum Schwarzwaldhaus.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten: