Simone Orlik

Strom aus Sonnenenergie: Lohnt sich eine Solaranlage auf dem Dach?

Wer sein Haus über eine Photovoltaikanlage mit Strom versorgen möchte, sollte sich bei der Planung mit der Frage der Rentabilität eines solchen Systems auseinandersetzen. Tatsächlich ist der Strom aus der Energie der Sonne eine gute Möglichkeit, die eigenen Stromkosten zu senken. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben diese in den vergangenen zehn Jahren immerhin um 27 Prozent zugelegt – Tendenz steigend. Das klingt verlockend, doch in der in der Gesamtbilanz müssen Sie auch die initialen Kosten der Solarmodule betrachten. Laut verschiedener Experten beläuft sich eine 5 kWp-Photovoltaikanlage derzeit auf rund 8.000 Euro für einen durchschnittliches Einfamilienhaus. Ein solche Anlage wäre in der Lage, einen vierköpfigen Haushalt für etwa ein Jahr mit Strom zu versorgen.

Wie funktioniert die Photovoltaikanlage eigentlich?

Das Prinzip einer Photovoltaikanlage ist einfach erklärt: Wenn Sonnenlicht auf montierte Solarzellen fällt, erzeugen diese einen Gleichstrom. Die kleinen Solarzellen selbst sind zu Solarmodulen zusammengeschaltet, die miteinander zu Solargeneratoren verbunden werden. Der ankommende Gleichstrom lässt sich mit einem Wechselrichter zu Wechselstrom umwandeln und entweder ins private oder öffentliche Stromnetz speisen. Wenn Sie es genauer wissen möchten, können Sie sich im Beitrag „Entscheidungshilfe: Das Für und Wider verschiedener Photovoltaikanlagen“ ausführlicher informieren.

Photovoltaikanlagen für den Eigenbedarf oder für das öffentliche Netz?

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, in eine Photovoltaikanlage zu investieren, sollten Sie sich zunächst mit der Frage auseinandersetzen, wozu Sie eine solche Anlage verwenden möchten. Wer sich eine Solaranlage für den eigenen Bedarf anschaffen möchte, versorgt seinen Haushalt zu großen Teilen mit Strom. Während die eigene Anlage Strom für 10 bis 14 Cent pro Kilowattstunde erzeugt, liegen die öffentlichen Strompreise aktuell bei knapp 30 Cent. Durchschnittlichen 300,- Euro können Sie auf diese Weise an Stromkosten pro Jahr im Einfamilienhaus sparen.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach


Foto:

Aber es geht auch anders: Für die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz erhalten Sie vom Staat eine Einspeisevergütung pro Kilowattstunde – und das für einen garantierten Zeitraum von 20 Jahren. Damit lassen sich die Erlöse, die sich aus der Photovoltaikanlage ergeben, genau berechnen. Wer neu einsteigt, sollte allerdings die aktuellen Konditionen prüfen. Denn die Verdienstmöglichkeiten werden zunehmend geringer.

Halten Sie auch die steuerlichen Konditionen im Auge. Sobald Sie ins öffentliche Netz einspeisen, sind Sie ein Unternehmer mit der Pflicht zur Gewinnermittlung und Umsatzsteuer – sofern Sie nicht als Kleinunternehmer gemeldet sind. Das bedeutet bürokratischen Aufwand mit möglicherweise zusätzlichen Kosten.

Unser Tipp: Das Fraunhofer Institut hat eine aktuelle Faktensammlung rund um das Thema Photovoltaikanlagen in Deutschland herausgegeben, mit der Sie den aktuellen Überblick behalten.

Fördermöglichkeiten rund um die eigene Solaranlage

Wer in eine Photovoltaikanlage auf Dächern, an Fassaden oder Freiflächen investiert, wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einem Kredit über das Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ unterstützt. Mit einem effektiven Jahreszins ab 1,03 Prozent können Sie sich hier bis zu 100 Prozent Ihrer Investitionskosten fördern lassen – eine interessante Anlagealternative. Förderanträge für die KfW stellen Sie über Ihre Hausbank. Nicht vergessen: Immer wieder bezuschussen auch Länder oder Kommunen Photovoltaikanlagen mit einmaligen Zuschüssen. Ein Anruf bei der Stadt lohnt sich in jedem Fall.

Solarmodule und Photovoltaikanlagen: Qualität ist das A und O

Wie lange eine Photovoltaikanlage hält, ist letztlich auch eine Frage der Qualität der Anlage, der Solarmodule sowie der fachgerechten Montage und Wartung. Solaranlagen sind im Grunde sehr langlebig und funktionieren laut Herstellergarantie meistens 25 Jahre zuverlässig. Doch achten Sie nicht nur auf das günstigste Angebot. Sondieren Sie, welche Materialien für Ihre Region und Witterungsbedingungen am besten geeignet sind und welche Fachfirmen Know-how rund um Photovoltaikanlagen mitbringen. Immerhin gilt die Solarindustrie immer noch als junge Branche, in der sich gute wie schlechte Anbieter tummeln.Sofern Ihre Solarmodule korrekt montiert wurden, werden Sie bemerken, dass sich die Leistung im Laufe der Jahre langsam aber stetig verringert. Das deutet auf keine fehlerhafte Anlage hin, sondern liegt am üblichen Verschleiß. Rechnen Sie mit einer Degradation, also einem Rückgang, von weniger als einem Prozent pro Jahr.

Unser Tipp: Stiftung Warentest bietet einen kostenlosen Renditerechner für Photovoltaik-Anlagen, mit dem sich Kosten, Erträge und Ersparnisse berechnen lassen.

Ob sich die Anschaffung einer Photovoltaikanlage lohnt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Viele Faktoren rund um den Standort der Immobilie, die optimale Dachneigung oder die Größe der Solarmodule hängen von der genauen Berechnung ab.

Für Privatleute lohnt sich eine Photovoltaikanlage vor allem dann, wenn sie so viel Strom wie möglich selbst verbrauchen. Bei einer optimalen Ausrichtung der Solarmodule und dazugehörigen Speicher lassen sich Stromkosten auf diese Weise deutlich reduzieren. Mit Solarmodulen auf dem Dach dagegen das große Geld verdienen zu können: Das scheint für die Zukunft eher Traum als Realität.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten: