Angelika Polle-Valder

Rau und schön wie die See: die Villa „P“ in Süddänemark

Natürliche Patina für Dach und Fassade

„Schon in der frühen Entwurfsphase haben wir mit dem Hausbesitzer vereinbart, dass das Haus einen robusten Charakter haben soll“, erklärt Jesper Korf vom Architekturbüro Nørkær + Poulsen. „Dies führte zu den drei Grundstoffen Beton, Zink und Schiefer.“ Korf und seine Kollegen wählten also Baustoffe, die beständig und widerstandsfähig sind. Besonders wichtig ist dabei, dass die Materialien mit der Zeit eine Patina bilden, eine natürliche und schön anzusehende Schutzschicht.

Das Wohnhaus, dem die Architekten den Namen Villa "P" gegeben haben, liegt im Südosten Dänemarks, zwischen der Insel Fünen (dänisch: Fyn) und dem Festland. Es steht leicht erhöht über dem Ufer und gibt den Blick auf das Meer frei. Die Namensgebung rührt daher, dass die Kanten der Außenwand, des Daches und des Balkons zusammen eine hellgraue Signatur bilden. Mit etwas Phantasie sieht diese aus wie ein großes (gespiegeltes) P.

Die Villa "P" in Süddänemark im Abendlicht


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Langlebiges Zink trotzt der Witterung

Für das Grau des „P“ sorgt Titanzink des deutschen Herstellers Rheinzink. Das Material hält dem rauen Klima an der See Stand und gilt als sehr langlebig. Auf die charakteristische blaugraue Patina, die sich im Laufe der Jahre bildet, muss man nicht zwangsläufig warten. Der Hersteller liefert das Bedachungsmaterial dank eines speziellen Beizverfahrens bereits ab Werk mit dem gewünschten Farbton.

Eine Front aus Zedernholz und Glas

Die Giebelseite der Villa besteht vor allem aus Zedernholz und Glas. Weit ragt das Dach über die Glasfassade hinaus und spendet im Sommer Schatten. Außerdem bietet der Dachvorstand Schutz bei Regen, sodass man sich auch im wechselhaften Frühjahr und Herbst auf dem Balkon aufhalten kann.

Die Villa "P" in Süddänemark: Detailansicht des Balkons


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Im Winter gelangen die Strahlen der tiefstehenden Sonne durch die großen Glasflächen der Front ins Haus und heizen es kostenlos auf. Der Clou: Die Glasgiebel eröffnen einen Blick durch das Haus hindurch, sodass die Bewohner nicht nur von innen auf das Meer schauen können, sondern sogar, wenn sie auf der sonnigen Westterrasse entspannen.

Im Inneren herrscht Zweiteilung

Im Inneren ist das Haus zweigeteilt in eine Seite mit zwei Etagen und eine Seite mit doppelter Raumhöhe. Die Küche und das Esszimmer befinden sich im Raum mit doppelter Höhe, während das Wohnzimmer mit Bibliothek auf der anderen Seite liegt. Es hat eine vertiefte Bodenebene und ermöglicht einen fantastischen Blick durch die große Fensterfront auf das Meer. Im ersten Stock über dem Wohnzimmer befinden sich die Schlafzimmer mit Zugang zum Balkon und ein Bad.

Schiefer für Fassade und Dach

Im Gegensatz zu den offenen Glasfassaden sind die Seitenwände des Gebäudes geschlossen: Hier – wie auch beim Dach – kam dunkler Schiefer mit seidig-schimmernder Oberfläche zum Einsatz.

Die Villa P in Süddänemark im Tageslicht: ein Wohntraum aus Holz, Glas, Beton, Zink und Schiefer


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Das Naturmaterial verleiht dem Bau nicht nur einen monolithischen Look, sondern auch optische Lebendigkeit: Je nach Sonnenstand und Wetterlage reflektieren die Schieferplatten das Tageslicht anders. Schiefer eignet sich genauso wie Zink gut als Bedachungsmaterial.

Die Architekten können die Materialien nur empfehlen, nicht allein aus ästhetischen Gründen: „Alle Baustoffe sind langlebige natürliche Materialien, die keiner wesentlichen Pflege bedürfen und wunderschön patinieren. Dies macht sie wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig und damit zu einer idealen Wahl für ein Zuhause.“

Sie wohnen lieber auf dem Land als am Meer? Dieses Pärchen hat einen Heuboden zum Wohntraum umgebaut.

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